Lina Hähnle

23. April 2016

"Lina Hähnle und die demokratischen Traditionen im deutschen Naturschutz"

Eine Veranstaltung am 25. Februar 2016 in Berlin in Kooperation mit der Stiftung Naturschutzgeschichte

NABU-Präsident Olaf Tschimpke und Rolf Brandt vom NABU Grefrath (v.l.)
NABU-Präsident Olaf Tschimpke und Rolf Brandt vom NABU Grefrath (v.l.)
Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks
Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks

 

Die Sorge von den Veranstaltern um Ralf Schulte, Leiter des NABU Präsidentenbüros, um mangelndes Interesse an dem Thema war unbegründet. Im Gegenteil, die Veranstaltung traf den Zeitgeist, über einhundert Interessierte aus ganz Deutschland - unter anderem auch aus Grefrath - kamen am 25. Februar in die Berliner Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt. Die liegt nur wenige Gehminuten vom Sitz des NABU Bundesverbandes entfernt.

 

Vor den Gästen lag ein anspruchsvolles Programm mit zehn Vorträgen über die vielfältigen demokratischen und sozialen Traditionen im deutschen Naturschutz. Ziel war auch, einen Kontrapunkt zu Bemühungen heutiger Rechtsextremisten zu setzen, Naturschutzanliegen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.

 

Nach der Begrüßung und Einführung durch Olaf Tschimpke, Präsident des NABU, eröffnete Umwelthistorikerin Dr. Anna-Katharina Wöbse den Themenblock: Die Hähnles-eine vielseitig engagierte Famiilie mit einem Porträt der NABU-Gründerin.

Lina Hähnle hat im Jahr 1899 mutig den Vorsitz des neuen Bundes für Vogelschutz übernommen, zu der Zeit noch äußerst ungewöhnlich für eine Frau. Sie führte den Verein dann 38 Jahre lang und prägte ihn mit ihrer resoluten Natur. Es ist beeindruckend und schon legendär, wie sie, auch aus heutiger Sicht, zu ihrer Zeit alle Mittel und Strategien professioneller Lobbyarbeit ausschöpfte und mit umfangreichen Werbekampagnen den Bund für Vogelschutz zu einem mitgliederstarken und einflussreichen Verband aufbaute.

 

„Zwistigkeiten zu schlichten und Kompromisse zu finden, waren ebenfalls ihre Stärken, in der stark zersplitterten Naturschutzszene wird sie zu einer wichtigen Integrationsfigur. Bei allem Reichtum der Familie bleibt Lina Hähnle materiell bescheiden. Sie trägt stets einfache Kleider und reist noch bis ins hohe Alter hinein in der Bahn grundsätzlich per „Holzklasse“. Nur dort, gibt sie zu verstehen, könne man doch mit den Leuten wirklich ins Gespräch kommen. Und immer hat sie am Ende einer Fahrt einige Mitreisende als neue BfV-Mitglieder gewonnen.“
 

 

Dr. Hans-Werner Frohn von der Stiftung Naturschutzgeschichte, ging bei seinem Vortrag auf das Thema „Naturschutz ist Volkssache!“ – Demokratische und sozialpolitische Traditionen des bürgerlichen Naturschutzes 1898 – 1980 ein.

Von ihm sind auf www.nabu.de/wir-ueber-uns/veranstaltungen/20043.html Ergebnisse dieser naturschutz- und verbandsgeschichtlichen Tagung aus Anlass des 75. Todestags von Lina Hähnle erschienen, hier ein Auszug:

„Die Tagung stellte Lina Hähnle und den Bund für Vogelschutz auch in einen größeren historischen Kontext, waren sie doch Teil einer breiten deutschen Naturschutzbewegung, die im Kaiserreich noch sehr bunt war, sich aber in der Weimarer Republik zusehends deutschvölkisch aufstellte. Daneben gab es aber zugleich auch demokratische Traditionen, die kaum bekannt sind. Naturschutzvereine brachten ihre Themen in die Öffentlichkeit, aber auch in die Parlamente. Bemerkenswerterweise waren es vor allem die sozialliberalen und sozialdemokratischen Fraktionen, die den politisch tendenziell konservativen Naturschutz beförderten.“

 

Gegen Ende der eintägigen NABU-Veranstaltung gab es noch eine sympatische, launige Rede der Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Dr. Barbara Hendricks über „Lina Hähnle und der Naturschutz – Engagiert, demokratisch und sozial“.

 

Natur bewahren und Zukunft sichern, das kann niemand allein bewältigen. Deshalb hatte der Besuch der Umweltministerin eine besondere Bedeutung für die Veranstaltung. Im Dialog mit NABU-Präsident Olaf Tschimpke hob sie auch den konstruktiven Austausch zwischen NABU und ihrem Ministerium hervor.

 

Mit interessanten und netten Gesprächen untereinander klang diese besondere Veranstaltung aus.

 

Das vollständige Veranstaltungsprogramm zum nachlesen auf www.NABU.de/lina

 

Ende des Jahres wird ein gedruckter Tagungsband vom NABU in Kooperation mit der Stiftung Naturschutzgeschichte erhältlich sein.

 

 

Text: Rolf Brandt

Fotos: Jenny Pohlenz

 

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