…und plötzlich ist es Herbst geworden!

 

Das Laub beginnt, sich zu verfärben, Apfel- und Pflaumenbäume locken uns mit saftigen Früchten, und die Ernte ist eingefahren.

Schauen wir uns bei einem herbstlichen Streifzug durch die Natur um, was sich noch zur Ernte anbieten und uns in Form eines Wintervorrates von Nutzen sein könnte.

 

Da gäbe es zum Beispiel:

Der (schwarze) Holunder

Lateinische Bezeichnung: Sambucus nigra

 

Familie der Geißblattgewächse

ausdauernder Strauch/Baum

 

Wuchshöhe: 2 - 8 m

Blütenfarbe: gelblich weiß

Blütezeit: Mai bis Juni

Standort: anspruchslos

Ernte: Blüten:  Mai bis Ende Juni

         Früchte: August bis Oktober

Verwendung: als Heilpflanze und in der Küche

 

Aussehen: Der Stamm ist überzogen von einer groben, hellgrauen, stark rissigen Rinde. Ab April erscheinen aus den Ästen erste Blattaustriebe. Die Blätter sind unpaarig gefiedert, spitz zulaufend mit fein gesägtem Rand. Ab Mai bilden sich gelblich weiße Blütenstände in Form flacher Trugdolden. Aus diesen heraus reifen bis August die schwarz glänzenden als Beeren bezeichneten Steinfrüchte.

 


 

Schon seit frühester Besiedlung begleitet der Holunder den Menschen in direkter Nachbarschaft zu Haus und Hof. Es gibt Belege dafür, dass bereits die Menschen in der Jungsteinzeit diese Pflanze nutzten.

Über Jahrhunderte hinweg wuchs der Holunder an Häusern und Höfen, wurde aber seltsamerweise nie kultiviert oder weitergezüchtet. So ist er in seiner Urform erhalten geblieben.

Heute findet man ihn weitverbreitet in Hecken, Gebüschen, an Waldrändern und auf Ödland.

 

 

Namensgebend für den Holunder ist nach alter Überlieferung die uns allen aus Kindertagen bekannte "Frau Holle" aus den Grimmschen Märchen. Diese lebte als schützender Hausgeist in diesem Strauch. Deutlicher wird das in seinen Synonymen "Holler" oder "Hollerbusch".

Ein Holunderbusch in der Nähe des Hauses, Hofes oder der Stallungen durfte keinesfalls gefällt werden, da man damit seinen Schutzgeist, und damit den Schutz seines Anwesens sowie den seiner Bewohner, verlor.

Der Holunderbusch wurde stets mit Ehrfurcht behandelt. In bestimmten Gegenden heißt es noch in der heutigen Zeit, man möge vor einem Holunderbusch "den Hut ziehen"!

Die Ehrfurcht vor diesem Gewächs hängt sicherlich auch damit zusammen, dass man sehr bald um die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten des Holunders in den Bereichen der Volksmedizin und in der Küche wusste.

Fast alle Teile des Holunders sind zu gebrauchen.

Wer kennt nicht den "Fliedertee", wie der Holunderblütentee auch genannt wird, der mit seiner schweißtreibenden Wirkung als ein althergebrachtes Hausmittel bei allen Erkältungskrankheiten eingesetzt wird.

 

Aber nicht nur im Krankheitsfall finden die stark und süßlich duftenden Holunderblüten Beachtung!

In der Küche finden sich so zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten, dass wir im kommenden Frühsommer das Thema "Holunder" erneut aufgreifen werden. Die vielen schmackhaften Holunderblüten-Rezepte möchte ich Ihnen nicht vorenthalten und werde sie Ihnen zu der gegebenen Zeit gerne präsentieren.

 

In diesen Herbsttagen aber sollten wir uns allerdings eher mit den Holunderbeeren, eigentlich Steinfrüchte, beschäftigen.

Beim Spaziergang sehen wir sie jetzt prall und reif, schwarz glänzend an den Trugdolden hängen.

Die Früchte haben unter anderem einen hohen Gehalt an Vitamin C. Heiß- oder dampfentsaftet, mit Zucker zu einem leckeren Saft verarbeitet, bilden sie ein sehr wirksames Mittel zur Immunstärkung während der kalten Jahreszeit.

 

Kräuterhexen - Tipp: 

 

Holunderbeeren dürfen nicht roh verzehrt werden. Sie müssen stets erhitzt werden, da sie im rohen Zustand Beschwerden wie Erbrechen und Durchfall verursachen!!

 

Wegen ihrer starken Färbekraft (Ein jeder, der ohne Handschuhe Holunderbeeren verarbeitet hat, kennt diese!) werden die Beeren zur Gewinnung von Lebensmittelfarben verwendet.

 

In der Volksheilkunde waren aber auch die Rinde, die Blätter und die Wurzel des Holunderstrauches von Bedeutung.

Mit ihrer stark harntreibenden Wirkung setzte man die abgeschabte Rinde und die zerkleinerte Wurzel in Form einer Abkochung innerlich bei starken Wasseransammlungen im Körper ein.

Die Blätter, als Tee zubereitet, wirken ebenfalls harntreibend, jedoch in weitaus geringerem Maße.

Allerdings sollte man von einer Selbstbehandlung mit Holunderblättern, Holunderrinde und Holunderwurzel absehen, da die Dosierung recht schwierig ist und eine Überdosierung zu allerlei Beschwerden führt.

 

 

Die Äste des Holunders enthalten ein weiches, weißes Mark, welches in der Kultur der Räucherung genutzt wird. Es lässt sich leicht aus den gespaltenen Ästen heraus schaben und wird als eine Komponente bestimmten Räuchermischungen beigemischt.

Hinweis:

 

Zurzeit findet man immer noch reife Holunderbeeren, aus denen wir uns einen kleinen Vorrat des guten Holundersaftes zubereiten können. Dieser lässt sich aber auch weiterverarbeiten zu einem köstlichen Holunderlikör.

Ein kleines Fläschchen hiervon, schön dekoriert, ist immer ein hübsches Mitbringsel für Freunde und Verwandte.

Die Rezepte hierzu finden sie in der Rubrik "Kräuterhexen-Rezepte"

 

Die breitgefächerten Möglichkeiten seiner Nutzung inspirieren uns vielleicht, den Holunder bei unserem nächsten Spaziergang mit ein wenig mehr "Ehrfurcht" zu betrachten, und… vielleicht ziehen wir ja auch einmal (wenn auch schmunzelnd) den Hut vor ihm!

 

Die Zeit der Kopfbedeckungen rückt ja immer näher!!

 

Text: Jenny Hengsten

 

(Die Details zur Heilwirkung aller vorgestellten Pflanzen entstammen sorgfältiger, gewissenhafter Recherche. Der Autor übernimmt jedoch keinerlei Haftung für Schäden oder Nebenwirkungen, die durch Selbstbehandlung mit Heilpflanzen entstehen)

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Kräuterhexen-Rezept: Holundersaft

Die Beeren von den Dolden streifen (Kann man gut mit einer Gabel), mit Wasser bedeckt aufkochen und eine Stunde ziehen lassen. Auf einem Haarsieb in ein Leinentuch geben (Vorsicht!! Verfärbung!!) abtropfen lassen und gut ausdrücken.

 

In jeweils ½ Liter Saft 250g Zucker, 1 Vanillestange und den Saft von 2 Zitronen geben.

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