Ganz leise verabschiedet sich der Frühling und der Frühsommer überrascht uns mit üppiger Fülle.

Die wärmende Kraft der Sonne wirkt wie eine "Initialzündung" in der Natur und beinahe über Nacht explodiert eine Blütenfülle und ein Wachstum in Garten, Feld, Wald und Flur, die uns Jahr um Jahr staunen lassen!

Bevor wir uns den sommerlichen Kräutern zuwenden, möchten wir Ihnen noch eine fast vergessene, unscheinbare Würz- und Heilpflanze vorstellen, die leider allzu oft als lästiges Unkraut angesehen wird.

Wer aufmerksam die "Kräuterhexen-Rezepte" gelesen hat, dem ist diese Pflanze bereits einmal begegnet, sie ist Bestandteil unserer Gründonnerstagssuppe:

 

Der Gundermann

Lateinische Bezeichnung: Glechoma hederacea

 

Familie der Lippenblütler

ausdauernd

 

Wuchshöhe: 10 - 30 cm

Blütenfarbe: blau-violett

Blütezeit: April - Juni

Standort: anspruchslos, gerne feucht

Ernte: März - Oktober

Verwendung: Heilkraut, Küchenkraut

 

Aussehen: nierenförmige, sattgrüne, grob gekerbte Blätter an bis zu 1 m langen, vierkantigen Stengeln, die efeuartig über den Boden kriechen. Zur Blütezeit treibt er einzelne aufrechte, ca. 15 cm hohe Triebe mit blau-violetten Blüten, die zu 2 bis 3 in den Blattachseln angesetzt sind.


Der Gundermann, auch Gundelrebe genannt, ist eine weitverbreitete Pflanze, die auf nährstoffreichen Böden an fast jedem Standort zu finden ist. Im Garten wächst sie bevorzugt unter Hecken, an Zäunen und an Mauern. Dort schlängelt sie sich mit wurzelnden Trieben am Boden entlang. 

 

Schon bei den Germanen war der Gundermann als Zauber- und Heilpflanze bekannt. Ihm wurden besondere Kräfte zugeordnet, die auszehrende Krankheiten heilen konnte, aber auch der Abwehr böser Geister diente.

"Gund" ist im germanischen Sprachgebrauch die Bezeichnung für Eiter, deshalb wurden zum Beispiel schlecht heilende, eiternde Wunden, sowie Erkrankungen, die mit eitrigen Absonderungen in Verbindung stehen, mit Gundermann behandelt.

Auch in den Aufzeichnungen der hl. Hildegard von Bingen, Äbtissin und Heilkundige des  12. Jahrhunderts finden wir entsprechende Hinweise. In ihren Texten bringt sie den Gundermann in Zusammenhang mit der Behandlung von Kraftlosigkeit, langwierigen Leiden und Schwäche.

 

 

Aus Überlieferungen wissen wir ebenfalls, dass sich die Maler des späten Mittelalters die Wirkung des Gundermanns zu Nutze machten.

Man wusste schon damals, dass Gundermann das Mittel der Wahl ist, um Schwermetalle aus dem Körper auszuschwemmen. Die von den Malern verwendeten Farben wurden mit dem Schwermetall Blei angemischt. Durch den Verzehr von Gundermann versuchten die Maler nun einer zunehmenden Bleivergiftung entgegenzuwirken.

 

Als Würzkraut und zur Konservierung fand der Gundermann bis ins 17. Jahrhundert auch in der Bierherstellung Verwendung. Erst später verdrängte der durch englische Mönche eingeführte und in Folge angebaute Hopfen den Gundermann.

 

In der heutigen Zeit bedient man sich vornehmlich in der Volksheilkunde gerne wieder der Heilwirkung des Gundermann.

So kann er zum Beispiel als Teebestandteil im Zusammenhang mit einer reinigenden Frühjahrskur, zur Anregung des Stoffwechsels, bei Verschleimungen oder eitrigen Vorgängen in verschiedener Form helfen.

 

 

Mit seinem aromatischen, kräftig-würzigen Geschmack wird der Gundermann aber auch gerne als Würzkraut in der Wildkräuterküche verwendet. Einer Bevorratung bedarf es im Eigentlichen nicht, da uns der Gundermann nahezu ganzjährig zur Verfügung steht.

Man benutzt ihn als Gewürz für Gemüsegerichte, Salate, Suppen, Kräuterquark, Kräuterbutter, Dressings und Dips.

Als Einzelgemüse wie zum Bespiel die Brennessel oder der Giersch eignet sich der Gundermann aufgrund seines herben Geschmackes nicht.

Die in diesem Kraut enthaltenen Vitamine, Mineralien, ätherischen Öle und Bitterstoffe

machen den Gundermann zu einer wertvollen Bereicherung unseres Speiseplanes und wir sollten ihm in unserer Küche und in unserem Garten einen festen Platz gewähren.

 

Wichtiger Kräuterhexen - Tipp:

 

Der Gundermann darf nicht an Tiere verfüttert werden !!

Er enthält einen Bitterstoff, der für Tiere unverträglich ist und hauptsächlich bei Weidetieren zu Vergiftungserscheinungen führen kann.

Für Menschen gilt dieser Stoff als unbedenklich.

Text: Jenny Hengsten

 

(Die Details zur Heilwirkung aller vorgestellten Pflanzen entstammen sorgfältiger, gewissenhafter Recherche. Der Autor übernimmt jedoch keinerlei Haftung für Schäden oder Nebenwirkungen, die durch Selbstbehandlung mit Heilpflanzen entstehen)

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Kräuterhexen-Rezept: Wildkräuter-Dressing

Zutaten:

1 kleiner Becher Naturjoghurt

Ca. 100 -150 ml Sahne

2 EL Zitronensaft

1 EL Honig

Salz, frisch gemahlener Pfeffer

1 gute Hand voll gemischte Wildkräuter wie

Gundermann, Giersch, Löwenzahn, Schafgarbe, Brennessel,  Mehr

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