Es gibt wohl kaum einen Menschen, der sie nicht kennt!

Schon als Kind hat sicherlich ein jeder schon ihre Bekanntschaft gemacht, meist mit unangenehmer Erfahrung bei versehentlichem Kontakt und immer verbunden mit dem Ausruf: " Autsch… wie das brennt!"

 

Nun haben Sie sicher schon erraten, um wen es sich handelt und welches unser

"Kraut des Monats August" ist:

Die (große) Brennessel

Lateinische Bezeichnung: Urtica dioica

 

Familie der Brennnesselgewächse

ausdauernd

 

Wuchshöhe: 50 - 150 cm

Blütenfarbe: unscheinbar grün- gelb

Blütezeit: Juni bis Oktober

Standort: anspruchslos, gerne feucht

Ernte: März bis September,

Samen: September und Oktober

Verwendung: Küchenkraut, Heilkraut

 

Aussehen: Aus einem weitverzweigten Wurzelstock wachsen vierkantige Stängel, an denen gegenständig länglich eiförmige, grob gesägte, dunkelgrüne Blätter angeordnet sind.

Wurzeln, Stängel und Blätter sind mit Brennhaaren ausgestattet.


 

Zu allen Zeiten begleitete die Brennnessel die Menschen nahezu weltweit. Mit Ausnahme von Südafrika und den Polarregionen verbreitet sich die Brennnessel bis heute in der Nähe menschlicher Ansiedlungen, an Wegrändern, Waldrändern, an Schutthalden und auf Brachland.

Seit dem Altertum wird die Pflanze genutzt und ihre Heilkraft geschätzt, was durch zahlreiche Aufzeichnungen belegt ist.

Die Vielfältigkeit der Brennnessel bezüglich ihrer Einsatzmöglichkeiten ist erstaunlich, bedenkt man, dass alle Pflanzenteile verwendet werden können.

 

 

Beginnen wir mit der Wurzel.

Der Wurzelstock ist weit verzweigt mit fein auslaufenden Wurzelarmen und bereits diese sind mit den uns allzu bekannten Brennhaaren versehen. Eine Tatsache, die uns nicht gerade dazu ermuntert, diese ebenfalls zu ernten. Die Wurzeln finden in der Küche eher keine Verwendung sind aber in der Medizin nachgewiesenermaßen von Bedeutung.

Wurzelextrakte der Brennnessel finden wir zum Beispiel in Medikamenten, die zur unterstützenden Behandlung von Prostataerkrankungen eingesetzt werden.

Man kennt zwar die Inhaltsstoffe der Wurzel, die genaue Wirkungsweise auf den menschlichen Organismus befindet sich jedoch aktuell noch in der Erforschung.

 

Dagegen kennen wir sehr wohl die Wirksamkeit der übrigen Pflanzenteile, die wir uns gerne in der Volksmedizin, aber auch bei der Zubereitung von Speisen zunutze machen.

 

Frische Brennnesselblätter stehen uns ab dem zeitigen Frühjahr zur Verfügung und bilden mit ihrem reichen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und vielen anderen Inhaltsstoffen einen hervorragenden Energielieferanten.

Ob gedünstet als Gemüse, frisch im Salat, gehackt im Dressing... es gibt viele schmackhafte Gerichte, die mit Brennnesseln zubereitet werden können.

Kräuterhexen - Tipp:


Möchte man die Blätter der Brennnessel im- oder als Salat verwenden, lässt man sie leicht anwelken oder blanchiert sie kurz, dann brennen sie nicht mehr!!

 

Aus frischen oder getrockneten Brennnesselblättern zubereiteter Tee wirkt blutreinigend, fördert die Wasserausscheidung und regt den Stoffwechsel an.

Damit ist er ein wichtiges Element einer Frühjahrskur, die uns nach der vitaminärmeren Winterzeit neue Energie verleiht und die uns allen bekannte "Frühjahrsmüdigkeit" vertreibt.

Durch seine ausleitende Wirkung wird der Brennnesseltee ebenfalls gerne bei Erkrankungen wie Rheuma und Gicht eingesetzt.

Ohne eine fachkundige Begleitung sollte Brennnesseltee jedoch nicht über einen längeren Zeitraum und nicht in großen Mengen getrunken werden.

 

Die reifen Samen, die eigentlich die Früchte der Brennnessel sind, haben ebenfalls eine vitalisierende Wirkung und können getrocknet oder geröstet als Gewürz, als Brotgewürz oder mit ihrem leicht nussigen Geschmack einfach aufs Brot gestreut verwendet werden.

 

Und die Stängel?? Wussten Sie, dass aus den Fasern der Brennnesselstängel seit dem Mittelalter Stoff hergestellt wurde und heute hier und da auch wieder hergestellt wird?

Es handelt sich hier um das sogenannte "Nesseltuch" oder "Nesselgewebe"!

 

 

Auch Tiere verschmähen die Brennnessel nicht!

Hunden zum Beispiel verleiht eine gelegentliche Beigabe getrockneter Brennnesselblätter zum Futter seidig glänzendes Fell und kann Gelenkerkrankungen vorbeugen.

 

Findige Pferdehändler wussten ebenfalls um die positive Wirkung der Pflanze insbesondere auf ältere und alte Pferde. Wollten sie diese zu einem guten Preis verkaufen, gaben sie den Tieren einige Zeit vorher Brennnesselsamen ins Futter. Die Pferde wurden dadurch sehr vital, ihr Körper wurde kräftiger, ihr Fell glänzte und sie wirkten wie um Jahre verjüngt.

 

Vielen unserer heimischen Schmetterlingen dient die Brennnessel als Futterpflanze. Die Raupen von Tagfaltern wie zum Beispiel dem Tagpfauenauge, dem Admiral oder dem Kleinen Fuchs ernähren sich hauptsächlich von den Blättern der Brennnessel.

 

 

Im Gartenbau dient die Brennnessel der Bodenverbesserung und die uns bekannte "Brennnesseljauche" wird zur Düngung von Pflanzen und Gemüse genutzt.

Verdünnt man die fertige Jauche entsprechend, erhält man ein hervorragendes biologisches Spritzmittel gegen allerlei Schädlinge.

 

 

Zum Schluss noch etwas aus der Mythologie der Pflanze.

Ein anderer volkstümlicher Name der Brennnessel ist "Donnernessel". In der germanischen Mythologie wurde die Brennnessel dem Gewittergott "Donar" gewidmet. Die Menschen assoziierten, dass die Brennnessel "sengt und brennt wie Donar's Blitzstrahl"! (…diese Erfahrung machen wir ja heute noch!)

Sich der hiervon ausgehenden Kraft bewusst, nutzte man die Brennnessel als "unheilabwehrendes Mittel" und legte sie zum Beispiel bei der Sonnenwendräucherung auf zur Abwehr böser Mächte.

 

So Vieles gäbe es noch zur Brennnessel zu sagen.

 

Besinnen wir uns auf all ihre positiven Eigenschaften, lassen wir das "Autsch-Gefühl" außen vor. Streifen wir uns Handschuhe über und legen uns einen kleinen Vorrat dieser wertvollen Pflanze an.

 

Vielleicht aber verleitet Sie ja das folgende Rezept dazu, einen Teil Ihrer Ernte gleich frisch zu verwenden und Ihrer Familie ein schmackhaftes Brennnesselgericht zu servieren.

Sollte Ihre Familie zu den Bezweiflern der Wildkräuterküche gehören, verraten Sie ihnen doch erst nach dem Essen die Zusammensetzung des Selbigen, nämlich dann, wenn alle unisono verkündet haben:

 

"…das war aber lecker!!"

 

Text: Jenny Hengsten

 

(Die Details zur Heilwirkung aller vorgestellten Pflanzen entstammen sorgfältiger, gewissenhafter Recherche. Der Autor übernimmt jedoch keinerlei Haftung für Schäden oder Nebenwirkungen, die durch Selbstbehandlung mit Heilpflanzen entstehen)

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