Teich-Expedition

Auf der Spur von Molch und Co

Oedter Naturdetektive auf Entdeckertour

 

Die Oedter Naturdetektive waren erneut in Sachen Molch und Co unterwegs. Bereits im März unterstützen sie Ulrich Lütkemeier vom NABU Grefrath bei der Rettung von wandernden Amphibien. Jetzt folgten Kinder und Eltern sowie Ulrich Lütkemeier und

Rolf Brandt vom NABU Grefrath in fachkundiger Begleitung von Monika Deventer, Artenschutzbeauftragte des Kreises Viersen, noch einmal den Spuren von Molch und Co.

 

Bei bestem Forscherwetter mit Sonne und leichtem Wind geht es Ende April von der Burg Uda in Richtung Niersaue Burgbenden. Hier hatte Monika Deventer am Vortag insgesamt 4 Reusen an drei verschiedenen Standorten ausgelegt. Da die Datenlage für dieses Gebiet bislang eher dünn ausfällt, ist es ihr Ziel, einen ersten Überblick über die Besiedelung der Wasserflächen im Renaturierungsgebiet Burgbenden zu erhalten.

 

 

Schon auf dem Weg gibt es einiges zu entdecken und auch die erwachsenen Naturdetektive können ihr Wissen in Sachen Pflanzen- und Tierwelt auffrischen. Vorbei geht es an einer heimischen Traubenkirsche in voller Blütenpracht, an Weidenkätzchen, Wiesenkerbel, Knoblauchrauke und Wiesenschaumkraut, dem leuchtend gelben Scharbockskraut sowie dem violett blühenden Gundermann. Vogelstimmen können mit Hilfe von Monika Deventer ebenfalls identifiziert werden: Zaunkönig und Heckenbraunelle, Buchfink, Rotkelchen und Mönchsgrassmücke sind im Waldstück an der Burg Uda zu hören und auch das Nest eines Zaunkönigs können die Kinder in Augenhöhe bestaunen. In einiger Entfernung stehen zwei Rehe, die aufmerksam die Forschergruppe beäugen.

 

 

Dann wird es abenteuerlich. In Begleitung von Monika Deventer dürfen die jungen Forscher die ausgeschilderten Wege verlassen. Am Graben entlang geht es in Richtung des von Rindern beweideten Landschaftsschutzgebietes. Hier können die kleinen Entdecker ihrem Forscherdrang freien Lauf lassen. Da gibt es zum Beispiel Schalenreste eines Schwaneneis „Ist das groß“ und schöne Fasanenfedern hinter einem hohen Grasbüschel zu entdecken. „Darum ist es so wichtig, dass nicht intensiv bewirtschafteten Wiesen erhalten bleiben“, weiß Monika Deventer. „Die Tiere nutzen solche hohen Grasbüschel als Schutz.“ Große Aufregung ruft ein im Niers-Altarm schwimmender Nutria hervor. Und wer hat nur die ganzen Löcherin die Wiese gegraben? Bevor dieses Rätsel gelöst werden kann, springt eine Fasanenhenne auf. Vier Kanadagänse lassen sich in sicherer Entfernung nieder. Auch der Schlamm am Uferrand muss selbstverständlich genauestens untersucht werden – mit Händen und Hosenboden. „Cool - mein Gummistiefel ist fast im Matsch verschwunden“ freuen sich die Entdecker. Und die Rinder… aber die sind zum Glück weit entfernt.

 

 

Dann werden die ersten beiden Reusen am nördlichen Rand des Altarms geborgen. Hier fällt die Ausbeute eher klein aus: Immerhin: Ein Bitterling, eine Schmerle und ein paar Wasserwanzen können in den mitgebrachten Schalen genau betrachtet und danach ausgesetzt werden. Aber wo sind nur die ganzen Amphibien, deren Spuren die Entdecker an diesem Tag folgen wollen? Immerhin ein paar Kaulquappen haben sich auch in die Reusen verirrt. Weiter geht es durch hohe Büschel von Sumpfsegge und Flatterbinse in Richtung Niers. In der Nähe der Schwelleentdecken die kleinen Forscher am Gewässerrand noch einen spannenden Wasserbewohner. „Ein Wasserskorpion“, sind sie sicher. Er wirdebenfalls genauestens betrachtet. In der Zwischenzeit hat Monika Deventer eine weitere Reuse geborgen. Die Kinder machen Bekanntschaft mit einem amerikanischen Flusskrebs, Flohkrebsen und einem Blaubandbärbling. Zwei Köcherfliegenlarven werden von den Naturdetektiven selbst erkannt. Weiter geht’s am Ufer entlang. Und da – endlich wieder Spuren von Kröte, Molch und Co: Die kleinen Forscher entdecken einige flache Wasserstellen, in denen sich jede Menge Kaulquappen tummeln.

 

 

Es wird noch einmal richtig spannend, denn um die letzte Reuse zu erreichen, will ein kleiner Zweigkanal überwunden werden. Wer hier trotz hoher Gummistiefel trockene Füße behalten will, der muss gut balancieren können. Auf der anderen Seite geht es gebückt durch tiefes Unterholz zu einem versteckten Tümpel. Und hier sind sie endlich: Molch und Co! Vor Fressfeinden geschützt durch Bäume und Gestrüpp scheinen sich an diesem Ort jede Menge Amphibien zu tümmeln. Insgesamt haben sich gut 20 Tiere, dabei auch zwei große Gelbrandkäfer und einige Stichlinge über Nacht in der Reuse eingefunden. Gewissenhaft werden Amphibien und Co gezählt und wiederfrei gelassen.

Nach gut zweieinhalb Stundenmacht sich das Forscherteam dreckig und glücklich auf den Weg nach Hause. Die Kinder dürfen eine Reuse ausleihen. Dieser Tag hat neugierig gemacht und es gibt noch viel zu erkunden: Welche Bewohner finden sich wohl in dem Tümpel auf der Obstbaumwiese an der Schule?

 

Aber das ist eine neue Geschichte…

 

 

Nachtrag: Die Naturdetektive haben am selben Abend noch die Reuse in dem Tümpel im Biotop Oedter Grundschule ausgelegt. Am nächsten Morgen - noch vor dem Frühstück - war es so weit. Die Reuse wurde aus dem Wasser gezogen und die Naturdetektive staunten nicht schlecht. Das Biotop scheint ein Paradies für Amphibien zu sein: Es wimmelte von Molchen und Kröten. Insgesamt wurden über einhundert Tiere gezählt.

 

Text: Maren Rose-Hessler

Bilder: Rolf Brandt, NABU Grefrath und Monika Deventer

 

Alle Bilder der Expedition:

Bilder: Rolf Brandt/ Monika Deventer

TURMFALKEN-WEBCAM

UNSER GRÜNES GREFRATH

POSTKARTEN

Erhältlich hier und in der Grefrather Buchhandlung

BILDER AUS GREFRATH


LEBENSRAUM KIRCHE

VOGEL DES JAHRES

NAJU GREFRATH

FACEBOOK

MACHEN SIE UNS STARK

NEWSLETTER


In unregelmäßigen Abständen erhalten Sie vom NABU Grefrath Information über aktuelle Themen und Projekte.

 

Sie können sich hier für den Newsletter anmelden:


SEITE DURCHSUCHEN


Hier können Sie unsere Seite nach Schlagwörtern durchsuchen