Linde

16. Juni 2015

 

Veröffentlicht in "Dat Üdsche Heimatblätsche 2015", Heimatverein Oedt e.V.

Zusammengestellt und fotografiert von Edeltraud Spee


Unser heimischer Baum

Die Linde (Tilia)

Lindenallee am Heinkeshof
Lindenallee am Heinkeshof


Am Brunnen vor dem Tore,

da steht ein Lindenbaum,

ich träumt in seinem Schatten

so manchen süßen Traum...


Dieses alte Lied zeigt, wie sehr die Linde zu unserem Kulturgut gehört. Man traf sich unter der Linde, feierte Feste in ihrem Schatten und oft stand sie als „Thing-Baum“ im Mittelpunkt des dörflichen Lebens, unter dem Gericht gehalten wurde. Ebenso ranken sich etliche Mythen um sie. Bei den Germanen und Slawen galt sie als heiliger Baum, sie ist auch der nationale Symbolbaum Tschechiens. Nach Zeiten der Not (Pest, Kriege) war es weit verbreiteter Brauch, eine sogenannte Friedenslinde zu pflanzen.

 

Auch viele Städte tragen die Linde in ihren Namen, so ist auch Leipzig benannt nach dem sorbischen Wort Lips = Linde. Lindenstraßen oder Lindenalleen findet man in zahlreichen Städten. Ebenso „Lindenapotheken“ oder „Gasthöfe Zur Linde“.

 

Von den Linden sagt der Volksmund, sie würden 300 Jahre kommen, 300 Jahre stehen, und 300 Jahre gehen. Um solche Exemplare ranken sich viele Mythen und Geschichten. Das würde bedeuten, dass eine Linde, die heute ihre absolute Fällreife erreicht hat, noch älter als unsere Burg Uda ist.

Die Linde ist wohl seit jeher der beliebteste Baum der Germanen und aus der Geschichte und dem Dorfleben Deutschlands und auchder Schweiz nicht wegzudenken. Noch heute stehen an vielen Orten sogenannte Gerichtslinden, Tanzlinden und Freiheitsbäume.

 

Arten

 

Die Pflanzengattung Linde (Tilia) gehört zur Familie der Malvengewächse. Sie ist ein laubabwerfender Baum der ein Alter von mehr als 1000 Jahre erreichen kann. Von ihren zahlreichen Arten gibt es in Europa hauptsächlich zwei Arten: die Sommerlinde und die Winterlinde.

 

Die Winterlinde ist in Europa von der Ebene bis zu den Alpen in einer Höhe von 1500 Meter beheimatet. Sie ist ein stattlicher Großbaum mit breit kegelförmiger dichter Krone. Sie kann bis zu 30 Metern hoch und bis zu 20 Metern breit werden und ihr Stamm mit brauner Rinde einen Durchmesser von 1 bis 1,80 Meter erreichen.

Ihre sommergrünen, gezackten Blätter sind wechselständig, schief herzförmig bis rundlich und 3 bis 10 cm lang und breit. Ihre Herbstfärbung ist leuchtendgelb. Ihre gelblichweißen Blüten in 5 bis 11 Trugdolden kommen süßlich duftend Anfang Juli. Linden sind deshalb eine wahre Bienenweide.

Es gibt eine alte Regel, die besagt, dass die Krone und Blätter eines Baumes jeweils dieselbe Form aufweisen. Dies ist bei der Linde besonders deutlich zu sehen.

Ihre Früchte sind weiche Nüsschen, die nach der Reife mittels eines Flügelblattes spiralförmig zu Boden segeln. Viele erinnern sicher noch, dass sie sich als Kinder die klebrigen Früchte auf die Nase setzten.

 

Die Sommerlinde ist in West-, Mittel-, Süd- und Südosteuropa und in Deutschland hauptsächlich südlich der Mittelgebirge verbreitet .Auch sie ist ein mächtiger Baum, der eine Höhe von bis zu 40 und eine Breite von 25 Meter erreichen kann Ihre Rinde ist schwarzgrau und rissig. Ihre sommergrünen, gezackten Blätter sind wechselständig, schief herzförmig bis eiförmig und 8 bis 12 cm lang und 15 cm breit. Die Herbstfärbung ist gelb. Die gelben Blüten mit 3 bis 5 Trugdolden erscheinen Juni/Juli und duften süßlich. Die Sommerlinde blüht nach 15 bis 20 Jahre zum ersten Mal.

Ihre Früchte sind harte Nüsschen, die nach der Reife mittels eines Flügelblattes spiralförmig zu Boden segeln.

 

Beide Arten bilden eine Pfahlwurzel und ein kräftiges Herzwurzelsystem, die sie sehr stand- und windsicher machen. Die Sommerlinde stellt höhere Ansprüche an die Beschaffenheit ihres Standortes.

 

Nutzung


Noch heute wird die Linde vielfältig genutzt. Aus ihren Blüten brüht man den fiebersenkenden Lindenblütentee, ihr Nektar liefert den köstlichen Lindenblütenhonig.

Das rötliche Holz der Winterlinde und das helle zum Teil fast weiße Holz der Sommerlinde sind bestens geeignet für die Holzbildhauerei. Lindenholz ist ein weiches Holz und lässt sich sehr gut für Schnitz- und Drechselarbeiten verwenden. Berühmt sind hier die gotischen Arbeiten von Tilman Riemenschneider und Veit Stoß.

 

Heute nutzt man das Holz auch zur Herstellung von Musikinstrumenten wie Harfen, Klaviertastaturen und Orgelzungenpfeifen. Aus Lindenholz sind auch etliche Küchengeräte. Holzpantinen, Fässer und Behälter für trockene und geruchsempfindliche Waren und auch Hutformen oder Reißbretter. Auch Bleistifte und Zündhölzer können aus Lindenholz sein.

 

Vor der Einführung von Leinen und Hanf (also vermutlich bis zur Spätantike) verwendete man in Mitteleuropa die Fasern des weichen Lindenholzes - den Bast – zur Herstellung von Seilen, Matten, Taschen und Kleidung. Der Lindenbast wurde im Mai von jungen Linden gewonnen, indem man die Rinde abschälte, die weiche Innenseite abtrennte und ins Wasser legte, bis sich der Bast ablöste, der dann in der Sonne getrocknet wurde.


TURMFALKEN-WEBCAM

UNSER GRÜNES GREFRATH

POSTKARTEN

Erhältlich hier und in der Grefrather Buchhandlung

BILDER AUS GREFRATH


LEBENSRAUM KIRCHE

VOGEL DES JAHRES

NAJU GREFRATH

FACEBOOK

MACHEN SIE UNS STARK

NEWSLETTER


In unregelmäßigen Abständen erhalten Sie vom NABU Grefrath Information über aktuelle Themen und Projekte.

 

Sie können sich hier für den Newsletter anmelden:


SEITE DURCHSUCHEN


Hier können Sie unsere Seite nach Schlagwörtern durchsuchen