Heimische Gehölze (Niederrhein)

Heimische und traditionelle Gehölze in Dörfern

und ihrer Umgebung am Niederrhein

Empfehlungen zur Pflanzung

Blühende Schlehenhecke, Bild: NABU H. May
Blühende Schlehenhecke, Bild: NABU H. May

 

Zusammenstellung der Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten/

Landesamt für Agrarordnung Nordrhein-Westfalen,

ca. 1997- Auszug für die Großlandschaft „Niederrheinisches Tiefland“

Gehölze im Ort und am Ortsrand sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch bedeutsam für den Naturhaushalt. Sie tragen zum Wohlbefinden der ortsansässigen Bürger bei und bieten vielen Tieren und Pflanzen Nahrung und Lebensraum. Gehölze im Ortsbild haben Tradition: früher ließ man sie in ungenutzten Randbereichen wachsen oder pflanzte sie zur Abgrenzung, als Wind- und Sonnenschutz oder für Obstertrag. So entstand eine Gliederung des Dorfes und des Übergangsbereiches vom Dorf zur freien Landschaft.

Viele alte Gehölzstrukturen verschwanden ersatzlos im Zuge der baulichen Modernisierung im Dorf und der Anpassung der Feldflur an die technischen Erfordernisse innerhalb weniger Jahrzehnte. Durch Verwendung fremdländischer „Modegehölze“ im privaten wie im öffentlichen Bereich wurden landschafts- und dorftypische Gehölzarten verdrängt. Darüber hinaus führte der Wunsch nach Ordnung und Pflegeleichtigkeit zur Befestigung vieler offener Flächen oder zur Bepflanzung mit Bodendeckern, um den Wuchs von Wildkräutern zu unterdrücken. So wurde auch vielen charakteristischen Tierarten die Lebensmöglichkeiten genommen. Dadurch verlor das Dorfbild seine Eigenart und wurde städtischer – mithin ein Verlust an Lebensqualität und Möglichkeiten des Naturerlebens für aufmerksame Beobachter des dörflichen „Heimatraumes“.

 

Haselnuss, Bild: NABU H. May
Haselnuss, Bild: NABU H. May

 

Der Umgang mit Gehölzen soll nicht vom Design und aus dem Blickwinkel toter Baustoffe wie eine Möblierung bestimmt werden. Im Vordergrund muss das natürliche Erscheinungsbild der Bäume und Sträucher sowie dessen langjährige Entwicklung, die standörtliche Eignung und die Funktion im Naturhaushalt stehen. Eine Erfassung des vorhandenen, älteren Gehölzbestandes im Umfeld geplanter Pflanzungen ist eine gute Grundlage für deren gestalterische und ökologische Einbindung. Über die gebietsheimischen Arten hinaus können im Wohnumfeld des Menschen maßvoll die teilweise schon seit Jahrhunderten als Ziergehölze verwendeten Arten gepflanzt werden, um Gärten und Grünanlagen gestalterisch zu bereichern.

Strauch- und Baumpflanzungen sollten von Anfang an auch Raum für heimische Kräuter und Gräser bieten. Bäume brauchen für eine harmonische und dauerhaft gesunde Entwicklung ausreichend große Baumscheiben, im Idealfall im Durchmesser der Krone. – Grünlandflächen, besonders an nassen und trockenen Standorten, sowie Ufer von Gewässern sollten nicht zugepflanzt werden, weil sich dort lichtbedürftige Lebensgemeinschaften befinden, die aufgrund ihrer Vielfalt und Seltenheit selbst von hohem Naturschutzwert sind. – Alte Baumbestände sind nach Möglichkeit zu erhalten und ggf. auch als Totholz zu belassen. Sie spielen eine wichtige Rolle für Tiere und Pilze und können auch mittelfristig nicht durch Neupflanzungen ersetzt werden.

 

Sanddorn, Bild: NABU H. May
Sanddorn, Bild: NABU H. May

 

Die folgende Gehölzliste ist als Hilfestellung für planende Bürger und Berater gedacht. Besonders im Bereich der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung sollen sie eine frühzeitige, für Bauherren und Behörden akzeptable Gestaltung von Kompensationspflanzungen ermöglichen. Aber auch für Gehölzpflanzungen an Straßen, Plätzen, Höfen und in Gärten in eigener Initiative dienen sie als Orientierung. Sie enthalten Empfehlungen ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Als einheimisch werden Gehölzarten aufgefasst, die sich außerhalb menschlicher Siedlungen ohne Kulturmaßnahmen vermehren und schon vor dem 20. Jahrhundert im Gebiet vorkamen.


Gehölzliste Niederrhein
Gehölzliste Niederrhein.pdf
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A.  Gehölze für naturnahe Hecken und Gebüsche am Ortsrand und in der Landschaft
B.  Gehölzliste für mehrreihige Hecken > 50 m (z.B. Umpflanzung von Gärten, Parkplätzen)
C.  Gehölze an Fließ– und Stillgewässern in Dorf und Landschaft
D.  Haus- und Hofbäume
E.  Gehölze im Straßenraum und auf Plätzen
F.  Gehölze für typische Schnitthecken im Dorf
G.  Gartengehölze im Dorf
H.  Kletterpflanzen im Dorf

 

 

(Bäume sind gelb markiert)

Weiterführende Information

Bild: Hengsten
Bild: Hengsten

Vergleich: Wildsträucher und Exoten

 

Den Wert heimischer und exotischer Gehölze für fruchtfressende Vogelarten zeigt diese Tabelle. Im Schnitt sind heimische Gehölze für Vögel sechsmal wertvoller als exotische: Ein heimisches Gehölz ernährt durchschnittlich 24 Vogelarten, ein exotisches Gehölz leider nur vier Vogelarten.

www.naturgartenplaner.de/service/vergleich-wildstraeucher-exoten/

Arbeitskreis Heckenschutz

Es gibt den Arbeitskreis Heckenschutz, der sich für den Erhalt des "Straßenbegleitgrüns" und für den Schutz der Hecken und Wallhecken in der Landschaft einsetzt. Dazu gehören auch Vorschläge für neue Hecken und Biotopverbundlinien und die Entwicklung von naturnahen Pflegetipps für Hecken.
Weiterlesen auf www.hecke.wg.vu

Heckenpflege vom Arbeitskreis Heckenschutz
Hecken-Pflegerichtlinien.pdf
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Rettet den Spatz - Gebt ihm ein Zuhause

Der freche Spatz ein schützenswerter Vogel? Und ob! Heute steht der beliebte Vogel bereits auf der Vorwarnstufe der Roten Liste. Mit der Kampagne "Rettet den Spatz - Gebt ihm ein Zuhause" engagiert sich die Deutsche Wildtier Stiftung für den Haussperling.

Weiterlesen auf www.deutschewildtierstiftung.de

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