Birke

Bilder: Franz Miertz

Veröffentlicht in "Dat Üdsche Heimatblätsche 2014", Heimatverein Oedt e.V.

Zusammengestellt, fotografiert und gezeichnet von Edeltraud Spee

Unser heimischer Baum

Die Birke (Betula)

Von den mehr als 100 Arten der Birke findet man hierzulande meist die gemeine Birke (lat. Betula pendula),  die man auch Hänge-oder Weißbirke nennt. Ihr Name „Birke“ kommt aus dem Indogermanischen und bedeutet „glänzend, schimmernd“, womit ihr heller Stamm beschrieben wird. In gemäßigten Zonen wachsen die Birken mittelhoch und hoch, während man in Moorgegenden oder arktischem Klima eher Strauchbirken findet.

Die Birke ist ein schöner filigraner und malerischer Baum, der in jeder Jahreszeit reizvoll ist. Nicht umsonst wird die Birke in vielen Liedern, und  Gedichten besungen. Wer kennt nicht das russische stimmungsvolle Lied „Eine weiße Birke…“ Ohne das zarte, helle Grün der Birke würde dem Frühling etwas Entscheidendes fehlen.

 


 

Nicht umsonst wird sie als Maibaum gesetzt und ist so ein Symbol erwachenden Lebens und der Liebe. In germanischer Zeit war die Birke der Göttin Freya geweiht. Schon damals errichtete man einen Maibaum auf dem Dorfplatz, um so den Frühling ins Dorf zu holen. Auch das heutige Maibaumsetzen der Junggesellen für die Angebetete - immer noch ein ländlicher Brauch – stammt aus dieser Zeit.

Ganz besondere lichtdurchflute Akzente setzt die Birke dann noch einmal im Herbst mit ihrer goldenen Färbung.

 

Mythologisch überliefert ist die Birke unter anderem auch als Schutzbaum bekannt. Im übertragenen praktischen Sinn pflanzte man sie gerne mit ihren hellen gut erkennbaren Stämmen an dunkle Alleen, um Unfällen vorzubeugen.

 

 

Die Birke ist das Wahrzeichen Estlands und auch in Russland, Finnland und Polen ein nationales Symbol.

Mit ihrem schlanken Wuchs und ihren leicht hängenden Zweigen wirkt sie elegant und ist ein beliebtes Motiv für Maler und Fotografen.

 

Ein weiteres reizvolles Merkmal der Birke ist ihr borkiger, oft tief gefurchter Stamm, der je nach Art eine schwarzweiße, bräunliche oder auch eine sehr weiße sich ablösende Rinde hat. Das Weiße in der Rinde enthält einen Stoff (Triterpen-Derivat), der vor Tierfraß schützt und die Rinde wasserundurchlässig macht. Die Birke kommt u.a. in offener Landschaft, auf trockenen Böden, in Sumpfgebieten, in Wäldern und auch kultiviert in Parks, Gärten und auch auf Friedhöfen (hängende Trauerbirke, lat. betula pendula „Tristis“) vor. Ihre zahlreichen Arten können hier nicht alle aufgezählt werden.

Die Birke wird bis zu 28 m hoch und ihr Stamm kann 50 bis 80 cm im Durchschnitt erreichen. Sie kann 90 – 120 Jahre alt werden. In der Jugend bildet sie eine Pfahlwurzel, mit der sie Wasser aus tieferen Schichten aufnehmen kann, und später einen knolligen Wurzelstock mit Seitenwurzeln. Ihre Blätter sind 4 – 7 cm lang, rautenförmig dreieckig mit lang ausgezogenen Spitze. Sie sind doppelt gesägt und sitzen wechselseitig an 3 cm langen Stielen. Birken sind eingeschlechtlich (einhäusig), d.h. sie bilden männliche Blütenkätzchen und weibliche Blütenstände an einem Baum. Die 2,5–3 cm langen männlichen bräunlichen Kätzchen wachsen bereits Ende des Sommers des Vorjahres an der Spitze von Langtrieben, bleiben im Winter dort wie abgestorben hängen und wachsen bei Blattaustrieb im Frühling bis zu 6 cm Länge. Ihre zahlreichen Blütenstaubpollen werden dann vom Wind weit hinausgetragen und befruchten die weiblichen Blütenstände, die sich an den Spitzen junger Kurztriebe befinden. Diese blühen etwa 10 cm hängend im April und Mai. Ab August bilden sich die 2-3 mm großen geflügelten Früchte – einsamige beiderseits geflügelte, 3 mm große Nüsschen. Im Herbst segeln deren Samen zur Erde und keimen bis zum nächsten Frühjahr. Weil sie sehr weit fliegen, vermehrt sich die Birke über weite Strecken.

Der wirtschaftliche Nutzwert der Birke ist sehr vielfältig:

Schon die Neandertaler nutzten das aus der Rinde gewonnene Birkenpech als Klebstoff. Die Rinde liefert außerdem das Material für Kanus, Wigwams und auch Spanschachteln. Aus ihrem sehr leichten und sehr haltbaren Holz fertigt man u.a. Holzschuhe, Fassreifen, Deichseln, Leitern, Messergriffe, Wäscheklammern, Tische und  Stühle. Außerdem ist Sperrholz vielfach aus Birkenholz geschichtet und hochwertige Birkenhölzer werden zu Furnieren verwendet. Birkenreiser werden für Besen und auch für Deichbefestigungen verwendet – und außerdem eignen sich die Büschel aus Birkenzweigen hervorragend zum „Abschlagen“ des Körpers in der Sauna.

Medizinisch wirken Extrakte aus Birkenblättern u.a. blutreinigend und harntreibend, und das aus dem Stamm im Frühjahr abgezapfte Birkenwasser soll Haarausfall beseitigen.

 

 

Trefflich schildert Wilhelm Busch die Vorzüge der Birke:

 

Die Birke

 

Es wächst wohl auf der Heide

und in des Waldes Raum

ein Baum zu Nutz und Freude,

genannt der Birkenbaum.

 

Die Schuh daraus geschnitzet,

sind freundlich von Gestalt.

Wohl dem, der sie besitzet,

Ihm wird der Fuß nicht kalt.

 

Es ist die weiße Rinde

zu Tabaksdosen gut,

Als teures Angebinde, für den

Der schnupfen tut.

 

Man zapfet aus der Birke

sehr angenehmen Wein,

man reibt sich,

Dass es wirke,

die Glatze damit ein.

 

Dem Birkenreiserbesen

gebühret Preis und Ehr.

Das stärkste Kehrrichtwesen,

Das treibt er vor sich her.

 

Von Birken eine Rute,

Gebraucht am rechten Ort,

Befördert oft das Gute

mehr als das beste Wort.

 

Und kommt das Fest der Pfingsten,

Dann schmückt mir fein das Haus,

Ihr meine Liebsten Jüngsten,

mit Birkenzweigen aus.

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