Vortrag: Vogelzug

April 2015

Vortragsreihe: Von Segelfliegern und Zugvögeln

Der Luftsportverein Grenzland und die NABU-Gruppe Grefrath informierten über das Verhältnis der zivilen Luftfahrt und der großen europäischen Vogelzüge.

 

Greifvögel und Segelflieger haben Entscheidendes gemein. Beide sind Thermikflieger. „Wir halten Ausschau nach ihnen und fliegen gezielt dorthin, wo sie kreisen – um in der Thermik gemeinsam dann hochzugehen“, sagt Heiko Meetz. Aller Technik an Bord zum Trotz, die Sensoren der Vögel sind einfach präziser. Auch die Zugvögel nutzen auf ihrer weiten Reise den warmen Aufwind. „Wir fliegen ein Stück mit ihnen statt gegen sie“, erzählt der Vorsitzende des Luftsportvereins Grenzland bei der Vortragsreihe „Von Segelfliegern und Zugvögeln“ auf dem Flugplatz Niershorst.

 

Ein beeindruckendes Schauspiel am Himmel im vergangenen Herbst ist der Auslöser für diese Vortragsreihe gewesen. Am 9.November des vergangenen Jahres überflogen fast 20.000 Kraniche beim Weiterflug Richtung Eifel zum nächsten Rastplatz „Lac du Der-Chantecoq“ im Nordosten Frankreichs in zahlreichen Verbänden das Grefrather Gebiet. Die meisten Kranich-Formationen waren ab 12 Uhr von den Grefrathern am Himmel zu beobachten.

 

Zwei von ihnen waren NABU-Mitglieder: Kevin Vuagniaux und Karl-Heinz Hengsten. Der junge Vogelkundler schaute auf der Anhöhe der renaturierten Schliebecker Deponie durch sein Spektiv, der ältere Hobbyfotograf in seinem Garten durch sein Kameraobjektiv. Beide sahen sie ein kleines Flugzeug, das versuchte, über den Niersauen den großen Schwärmen auszuweichen.

Der Leiter der NABU-Gruppe Grefrath, Rolf Brandt, hörte davon und fragte kurzerhand beim LSV Grenzland nach, ob der Pilot wieder gut gelandet sei. Der sogenannte Vogelschlag, wenn Vögel mit Objekten zusammenstoßen, birgt eine Menge Gefahren. Dem Motorsegler war nichts passiert. „Er hatte kurzerhand den Propeller ausgestellt und war sanft gelandet“, erzählt Meertz in seinem Vortrag.

 


Auch Philipp Rommelaere hält bei seinen Ausflügen Ausschau nach Vogelschwärmen. In der Freizeit steuert er gerne Segelflieger, in seinem Berufsleben hingegen große Passagierflugzeuge. 25 000 Flugstunden hat er im Cockpit der Großraum-Maschinen schon absolviert, aber nur zweimal in der Zeit Vogelschläge erlebt. „Das Triebwerk muss das aushalten“, erklärt er. Dennoch schaue jeder Pilot pflichtgemäß jeden Tag auf der Plattform Birdtam im Internet, welche Vogelbewegungen in Europa gemeldet werden. „Die meisten Begegnungen sind friedlich“, sagt Rommelaere. Oftmals tauchen die Schwärme ab, wenn ihnen ein eiserner Vogel entgegenkommt.

 

Solche Warnsysteme sind notwendig. 50 Milliarden Zugvögel sind im Jahr auf der Erde unterwegs; zwei bis fünf Milliarden wandern alleine zwischen Europa und Afrika hin und her. Die bekanntesten Langstrecken-Flieger sind der Kuckuck, der Schwarz-Storch oder der Star. Was das für eine Leistung ist, beschreibt Jochen Schages von der Biologischen Station Wesel im zweiten Teil der interessanten Vortragsreihe. Er nennt die Zugmuster, Flugtechniken und die Zugwege, die viele Gefahren bergen: große Gebirgsketten, das weite Meer die heiße endlose Wüste – und der Mensch.

 

Entlang der ägytischen Mittelmeerküste erstreckt sich mit 700 Kilometern die weltgrößte Vogelfanganlage, an der geschätzte 140 Millionen Zugvögel umkommen.

 

Auch Kevin Vuagniaux hat sich dem Schutz der Vögel verschrieben. Der Vogelkundler aus Nettetal stellt in seinem Vortrag die Rastplätze am Niederrhein und die Wintergäste vor sowie die Techniken der Vogelzählung für Vogelmeldungen. Er hat ein geschultes Auge, sieht Vögel dort, wo die meisten Laien nichts entdecken. Aber er warnt auch vor Aktionismus: „Die Vögel suchen und brauchen Ruhe.“ Brutgelege und Greifvogel-Reviere sind für den Menschen tabu.

 

Weitere Infos zu dem Kranich-Zug und den Vogelmeldungen im Internet unter:

www.vogelmeldung.de

 

Text: Rolf Brandt, NABU Grefrath
Bilder: Karl-Heinz Hengsten

März 2015

Der Luftsportverein Grenzland e.V. und der NABU Grefrath laden ein zum Vortrag:

Von Segelfliegern und Zugvögeln

Was verbindet die Fliegerei mit den Zugvögeln in luftiger Höhe?

 

Darüber berichtet Heiko Meertz, 1. Vorsitzender des LSV Grenzland e.V., im ersten Teil einer kleinen Vortragsreihe am 21. März, in dem er Einblick in das Verhältnis der zivilen Luftfahrt und der großen europäischen und regionalen Vogelzüge gibt.

 

Zu der Vortragsreihe laden der LSV Grenzland als Veranstalter und der NABU Grefrath als Organisator

am Samstag, den 21. März 2015 um 15 Uhr

 

in das Vereinsheim des LSV Grenzland am Flugplatz Niershorst in Grefrath ein. Der Eintritt ist frei.

 

Im zweiten Teil der Vortragsreihe bringt Jochen Schages von der Biologischen Station Wesel in seiner Präsentation dem Publikum die Grundzüge des Vogelzuges - Zugmuster - Techniken - europäische Zugwege an Beispielen der durchziehenden Arten näher.

 

Den regionalen Vogelzug, Rastplätze am Niederrhein, Techniken der Vogelzählung für Vogelmeldungen stellt Kevin Vuagniaux, Vogelkundler aus Nettetal, in dem letzten Beitrag vor.

 

Rückfragen bitte an Rolf Brandt,

Telefon 02158-6096 oder per E-Mail: rolf.brandt-nabu.grefrath@email.de

 

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