Vortrag: Greifvögel

Januar 2013

Die Natur als Vorbild für die Faszination Fliegen

Vortrag: Von Segelfliegern und Greifvögeln

 

Thorsten Beyer Geschäftsführer des LSV Luftsportverein Grenzland, ließ uns einsteigen in einen Rundflug durch das Vereinsleben der 200 Mitglieder. Rund 30 Besucher hatten sich im Vereinsheim am Grefrather Flugplatz eingefunden. Der Verein besteht seit 1953 und besitzt eine eigene Flotte von Segel- und Motorflugzeugen. Ähnlich wie bei Naturfreunden, gehört hier viel ehrenamtlicher Einsatz dazu um das Vereinsleben zu gestalten.

Die Begegnung mit Greifvögeln in Höhen von 1000 bis 2000m war ein Anstoß zu diesem Vortrag. Etwas mehr über diese Tiere zu erfahren, die sich mit eleganter Leichtigkeit in die Lüfte erheben war der Gedanke.

Rolf Brand vom NABU Grefrath organisierte diesen Auftakt zu einer Vortragsreihe. Thorsten Beyer berichtete über die Grundlagen der Fliegerei.

 

 

Das mühelose Gleiten eines Vogels im Wind oder der Flug von Zugvögeln wie Kranichen und Störchen, inspirierte den Menschen bei der Konstruktion von Fluggeräten.

Heute ist dieser Traum vom Fliegen Wirklichkeit geworden.

Diesen Traum hat man den Vögeln abgeschaut, wie sie die Thermik nutzen um in große Höhen zu gelangen. An Hanglage vor Bergen ist diese Thermik optimal. Hier sieht man Bussarde, Adler oder Krähen am häufigsten, sie nutzen diese Aufwinde um sich hoch tragen zu lassen.

Auch unter Wolken entsteht Thermik die von Segelfliegern genutzt wird. Doch Thermik kann man nicht spüren oder sehen. Der Segelflieger muss sich auf seine Instrumente verlassen und die Werte ablesen.

Vögel spüren diese Thermik und Bussard, Milane, Störche, Kranich oder Geier sind ebenso ein Messwert für die Segelflieger, denn dort wo sie segeln, ist es für die
15 bis 30m an Spannweite und 300 – 850kg schweren Flugzeuge auch ideal. Es ist eine fantastische Möglichkeit, die Welt aus einer anderen Perspektive zu erleben, berichtete Thorsten Beyer.

Die Bestimmung von Greifvögeln am Himmel war ein Schwerpunkt im Vortrag von Jürgen Schwirk von der Biologischen Station Krickenbecker Seen, die er anhand von Flugbildern erklärte.

Das Erscheinungsbild von Flügel, Schwanz, Färbung und Proportionen sind wichtige Details um einen Vogel zu bestimmen. Auch die Flughöhe und Gegend kann helfen zu erkennen, um welchen Vogel es sich handelt.

Die Erklärungen waren sehr ausführlich, so dass die anvisierte Zeit von 2 Min pro Greifvogel gar nicht ausreichten. Erstaunlich ist, dass die Vögel sich aus reiner Lust am Fliegen mit der Thermik hoch tragen lassen, um dann in über tausend Metern Höhe zu kreisen. So brachte Herr Schwirk als Beispiel an, dass Fischadler extrem hoch fliegen, so dass sogar Segelflieger, die sich selbst hoch in der Luft befinden hoch schauen müssen, um sie zu sehen.

Sollte man einem augenscheinlich verletzten Vogel begegnen, ist Vorsicht angeraten. Greifvögel wie Wespenbussarde, Falken oder Bussarde sind bewaffnet, wobei der Schnabel nicht einmal das gefährlichste Instrument ist. Die Krallen haben es in sich, denn was sie einmal fest im Griff haben, lassen sie nicht mehr los.

 

 

Greifvögel gehören zu den faszinierendsten Wildtieren, doch wer kümmert sich um verletzte und kranke Bussarde, Milane, Falken und die bei uns ebenfalls beheimateten Eulen? Sylvia Urbaniak als ausgebildete Tierarzthelferin von der Greifvogelhilfe Mönchengladbach gab einen Einblick in ihre Arbeit mit diesen Vögeln.

Fünf Jahre besteht diese kleine Station und hat sich im Kreisgebiet und darüber hinaus einen Namen gemacht. Es gehört viel Spezialwissen dazu, um zu erkennen was den Vögeln fehlt, wenn sie nicht mehr fliegen können.

Vom Steinkauz bis zum Wespenbussard wurden hier schon viele Vögel gesund gepflegt.

Oft sind Röntgenaufnahmen nötig um genau zu erkennen, ob man dem Vogel helfen kann oder von seinen Schmerzen erlösen muss.

Die Greifvogelhilfe finanziert sich aus Spenden, denn nur mit ehrenamtlicher Tätigkeit kommt man hier nicht weiter. Medikamente, Futter und Diagnosegeräte kosten Geld, welches finanziert werden muss.

Ein weiteres wichtiges Thema war die illegale Greifvogelverfolgung.

Das strafbare Unrechtsbewusstsein Greifvögel zu fangen, zu töten oder abzuschießen, ist bei vielen Menschen nicht besonders ausgeprägt.

Ein kurzer Filmbeitrag zeigte eine schwer zu erkennende Falle, in die sich ein Habicht verfangen hatte. Die im Anschluss gerufene Polizei, die bei solchen Vergehen eine Anzeige aufnehmen muss, traf auf einen völlig uneinsichtigen Jäger, der sich fragte, was er falsch gemacht habe. Einen Blick auf die Internetseite „Komitee gegen den Vogelmord e.V“ zeigt, dass Jäger und Taubenzüchter an erster Stelle stehen, die das Naturschutzgesetz missachten.

Viele Fragen gab es nach dem Vortrag, so dass die vorgesehene Zeit der Vortragsreihe um eine Stunde überzogen wurde.

Flieger und Naturfreunde des NABU nahmen viele neue Erkenntnisse und Eindrücke mit nach Hause. Öffentlichkeitsarbeit über das Verhalten und Leben wild lebender Tiere in unserer schnelllebigen Zeit ist besonders wichtig.

 

Harry Abraham

NABU Willich

 

Text: Harry Abraham

Bilder: Harry Abraham, Rolf Brandt

 

 

VORTRAG: Von Segelfliegern und Greifvögeln

Was verbindet Segelflieger mit Greifvögeln in luftiger Höhe?

Bild: Jenny Hengsten
Bild: Jenny Hengsten

 

Darüber berichtet Torsten Beyer, Geschäftsführer vom LSV Grenzland, im ersten Teil einer kleinen Vortragsreihe am 19. Januar, in dem er Einblick in die Wurzeln der Fliegerei und in einen reichen Schatz an Anekdoten über Vogelbegegnungen in luftiger Höhe gibt.

 

Zu der Vortragsreihe laden der LSV Grenzland als Veranstalter (www.LSV-Grenzland.de) und die NABU-Gruppe Grefrath (www.NABU-Grefrath.de) als Organisator

 

am Samstag, den 19. Januar 2013 um 14 Uhr

 

in das Vereinsheim des LSV Grenzland am Flugplatz Niershorst in Grefrath ein. Der Eintritt ist frei.

 

Bild: Jenny Hengsten
Bild: Jenny Hengsten

Im zweiten Teil der Vortragsreihe bringt Jürgen Schwirk von der Biologischen Station Krickenbecker Seen (www.bsks.de) in seiner Präsentation dem Publikum die heimischen Greifvogelarten in ihren Lebensräumen und auch die durchziehenden Arten näher.

 

Die Arbeit der Greifvogelhilfe Mönchengladbach (www.greifvogelhilfe.de) stellt die Leiterin Sylvia Urbaniak in ihrem anschließenden Beitrag vor. Sie und ihr Team nehmen verletzte Greifvögel und Eulen auf, um diese gesund zu pflegen und anschließend wieder in die Freiheit zu entlassen.

Die Greifvogelhilfe arbeitet seit 2009 ehrenamtlich. Finder brauchen deshalb nicht für die Pflege und tierärztliche Versorgung verletzter Wildvögel zu zahlen.

 

 

Veranstaltungsort:

Vereinsheim des LSV Grenzland am Flugplatz Niershorst in Grefrath

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