Obstbaum-Kartierung

24. März 2017

Kartierung der Obstbäume auf dem Museumsgelände

„Was ist das für eine Apfelsorte?“,  werden die Museums-Mitarbeiter häufig gefragt. Mittlerweile können sie hierzu genau Auskunft geben. NABU-Obstbaumexperte Günter Wessels hat die Obstbäume auf dem Museumsgelände bestimmt und kartiert.

v. l. n. r.: Kevin Gröwig (stellv. Museumsleiter), Günter Wessels, Herbert Kättner (Vorsitzender des Museumsvereins), Birgit Jahrke (Schatzmeisterin), Rolf Brandt (Leiter der NABU-Gruppe Grefrath)

 

Früher war das Wissen um die Natur für die Menschen überlebenswichtig. Wer Früchte ernten und haltbar machen konnte, war für den Winter besser gewappnet. Typisch für den Niederrhein waren die sogenannten Bongerte, auf denen Hochstamm-Obstbäume in Reihen gepflanzt wurden. Diese speziellen Arten von Streuobstwiesen, auf die auch das Vieh eingetrieben wurde, waren häufig in Hofnähe zu finden. Frühe Sorten, wie der Klarapfel, wechselten sich hier mit mittelspäten und späten Sorten, die bis in den November hinein geerntet werden konnten, ab. Lagerapfel-Sorten eigneten sich für die Aufbewahrung bis weit in das nächste Frühjahr. Das Obst diente jedoch nicht nur dem Frischverzehr. Die geernteten Früchte wurden durch Einkochen als Kompott und Marmelade oder als Dörrobst für den Winter haltbar gemacht.

 

Obstbäume sind Kulturgut

 

Insgesamt 31 Obstbäume, die ältesten vor 25 bis 30 Jahren gepflanzt, gibt es auf dem Museumsgelände. Hauptsächlich Äpfel, aber auch Birnen, Pflaumen und Zwetschen, Quitten und ein Esskastanienbaum sind hier zu finden. Zur genauen Bestimmung der Sorten war Günter Wessels im Jahresverlauf einige Male vor Ort. Der Dülkener, der lange für den NABU-Krefeld/Viersen gearbeitet hat, weiß viel über die heimischen Obstbaumsorten und die für den Erhalt notwendige Pflege. Mittlerweile hat sich der 66-jährige als Experte für Obstbäume und Obstbaumschnitt selbstständig gemacht. Sein Wissen gibt er gerne weiter: So hat er eine Auswahl von mehr als hundert Apfel-Sorten zusammengestellt, die er im Naturschutzhof Nettetal ausstellt.

 

Auf dem Museumsgelände hat Wessels alte Apfelsorten wie Roter Cox, Jakob Lebel, der ein hervorragender Kompott- und Backapfel ist, Gravensteiner, Bellefleur, Winterrambur, Elstar, Ontario und Goldparmäne bestimmt und kartiert. Dazu der Schöne von Elmpt – die einzige lokale Apfelsorte des Kreises Viersen. Bei den Birnen sind es die Gräfin von Paris, die Köstliche von Charneux, Neue Poiteau, Vereinsdechant und Williams Christ. Außerdem verschiedene Zwetschen, die Nancy Mirabelle, Apfel- und Birnenquitte. „Das Wissen um Obstbäume ist jahrhundertealt. Es ist wichtig, dies zu bewahren“, erklärt Wessels. Für ihn steht fest: Alte Obstbaumsorten sind Kulturgut und als solches ein wichtiger Teil des Museums.

 

Apfelkuchen aus Museums-Äpfeln

 

„Auf die Ergebnisse der Kartierung kann das Museum weiter aufbauen“, erklärt Kevin Gröwig, stellvertretender Museumsleiter. Für die Zukunft ist beispielsweise eine Beschilderung der Bäume angedacht. Auch sollen fehlende, für den Niederrhein typische, Obstsorten wie die Sternrenette oder die Mispel ergänzt werden. Kevin Gröwig stellt noch einen weiteren Aspekt heraus: „Seit das Bienenhaus im Museum untergebracht ist, ernten wir deutlich mehr Obst.“ Eine Kooperation, die im wahrsten Sinne des Wortes „Früchte trägt“.

 

Die Finanzierung der Obstbaumbestimmung erfolgte je zur Hälfte durch den Museumsverein und die Stiftung Krefelder Natur- und Kulturlandschaften. „Bongerte sind zentrale Elemente der bäuerlich-rheinischen Kulturlandschaft und wir freuen uns, wenn wir dazu beitragen können, diese stärker in das Museumsgeschehen zu integrieren“, so Rolf Brandt, Leiter der Grefrather NABU-Gruppe und Mitglied im Vorstand des Museumsvereins. Im Tante-Emma-Laden auf dem Museumsgelände wird dies bereits gelebt: Hier gibt es zur Erntezeit leckeren Apfelkuchen aus museumseigenen Äpfeln – dank der Obstbaumbestimmung nun auch mit „Namen“.

 

Text: Maren Rose-Hessler

Foto: Karin Miertz

 

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