Zaunkönig

23. Juni 2015


Veröffentlicht in "Dat Üdsche Heimatblätsche 2015", Heimatverein Oedt e.V.

Zusammengestellt und gezeichnet von Edeltraud Spee


Unser heimischer Vogel

Der Zaunkönig (Troglodytes troglodytes)

Zeichnung: Edeltraud Spee
Zeichnung: Edeltraud Spee

 

Der Zaunkönig ist in Eurasien der einzige Vertreter seiner Familie Troglodytes. Weil er auch im Winter singt, wurde er auch „Schneekönig“ genannt. Es gibt ihn in Europa, Nordafrika, Zentral- und Ostasien und in Nordamerika.

Er ist mit seinen 10 cm Länge und einem Gewicht von 7,5 - 10 Gramm der zweitkleinste Vogel Europas (die Kleinsten sind Gold- und Winterammern).

 

Der Zaunkönig ist ein rundlicher Vogel mit braunem,  gebändertem Gefieder. Seine Oberseite ist rostbraun und die Unterseite fahlbraun. Typisch: der kurze, steil aufgerichtete Schwanz. Ein weiteres Merkmal ist der cremefarbene Strich über den Augen. Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Mit seinen kurzen Flügeln ist er kein guter Flieger. Er bewegt sich meist hüpfend fort. Er ernährt sich vornehmlich von Insekten, die er meist in Bodennähe sucht und mit seinem langen spitzen Schnabel auch aus den engsten Ritzen hervorholt.

 

Der Zaunkönig ist zwar klein von Gestalt, aber er ist  ein  lauter Sänger. Und er singt fast ganzjährig, im Winter allerdings verhalten. In der Brutzeit schmettert vor allem das Männchen ohne Pause  von vier Uhr morgens bis zum späten Abend seine Strophen mit Trillern und Rollern. Die Melodiefolge: Einleitung, Schmettern, Zwischentöne, Schmettern, Zwischentöne, Roller. Daneben gibt es ein hartes, lautes „Tek, Tek“ und ein erregtes „Drrrr“.

 

Lebensraum des Zaunkönigs sind vor allem Hecken und niedriges Strauchwerk. Er lebt in Wäldern, Parks  und  naturnahen Gärten, zuweilen auch in Scheunen. Und er baut sein kugelförmiges Nest im Gebüsch, oder an berankten Mauern oder auch in Höhlen. Letzteres aber seltener, obwohl sein griechischer Name „troglodyt“ Höhlenbewohner bedeutet. Auch in den Wurzeltellern umgestürzter Bäume oder im ausgewaschenem Wurzelwerk am Bachufer findet man sein Nest. Das Männchen baut gleich mehrere Nester, von denen sich das Weibchen eines aussucht und mit Moos, Federn und Haaren  polstert.

 

Ende April bis Anfang Mai legt das Weibchen dann fünf bis acht winzige Eier. Alleine das Weibchen  brütet die Eier etwa 14 -18 Tage aus. Das Männchen paart sich unterdessen mit weiteren  Weibchen.  Nach 10 - 12 Tagen sind die Jungen flügge und verlassen mit der Mutter das Nest. Noch einige Zeit bleiben sie dann  als Familienverbund zusammen.  Dazu gesellen sich auch die Männchen, die sich weder am Brüten noch an der Aufzucht der Jungen beteiligten.

 

Der Zaunkönig gehört nicht zu den bedrohten Vogelarten.

 

 

Seine natürlichen Feinde  sind Rabenvögel, Ratten, Mäuse, Igel, Katzen und der Kuckuck.

 

In nördlichen Breiten ist der Zaunkönig ein Zugvogel, der im Herbst in den Süden zieht. In unseren Breiten ist er  Standvogel; es kann allerdings auch vorkommen, dass er auch in gemäßigter Zone Streifzüge unternimmt.

 

Warum aber nennt man diesen kleinen Vogel einen König?

 

Das ist in einem Märchen der Brüder Grimm nachzulesen, welches ich, hier sehr verkürzt wiedergebe: „...Es kam aber den Vögeln in den Sinn, sie wollten nicht länger ohne Herrn sein  und einen unter sich zu ihrem König wählen... Es ward beschlossen, dass der König sein sollte, der am höchsten fliegen könnte. Auf ein gegebenes Zeichen erhob sich die ganze Schar in die Lüfte. Der Staub stieg da vom Felde, es war ein gewaltiges Sausen und Brausen und Fittichschlagen, und es sah aus, als wenn eine schwarze Wolke dahinzöge. Die kleineren Vögel aber blieben bald zurück, konnten nicht weiter und fielen wieder auf die Erde. Die größeren hielten‘s länger aus, aber keiner konnte es dem Adler gleichtun. Der stieg so hoch, dass er der Sonne hätte die Augen aushacken können. Und als er sah, dass die anderen nicht zu ihm herauf konnten, so dachte er: Was willst du noch höher fliegen, du bist doch der König, und fing an, sich wieder herabzulassen. Die Vögel unter ihm riefen ihm alle gleich zu: „Du musst unser König sein, keiner ist höher geflogen als du.“ - „Ausgenommen ich“, schrie der kleine Kerl ohne Namen, der sich in die Brustfedern des Adlers verkrochen hatte. Und da er nicht müde war, so stieg er auf und stieg so hoch, dass er Gott auf seinem Stuhle konnte sitzen sehen. Als er aber so weit gekommen war, legte er seine Flügel zusammen sank herab und rief: „König bün ick! König bün ick!“

 

„Du unser König?“ schrien die Vögel zornig. „Durch Ränke und Listen hast du es dahin gebracht.“

 

Sie machten eine andere Bedingung: der sollte ihr König sein, der am tiefsten in die Erde fallen könnte. Der Kleine ohne Namen aber suchte ein Mauseloch, schlüpfte hinab und rief: “König bün ick! König bün ick!“

 

„Du unser König?“ riefen die Vögel noch zorniger: „Meinst du, deine Listen sollten gelten?“ Sie beschlossen, ihn in seinem Loch gefangen zuhalten und auszuhungern. Die Eule ward als Wache davorgestellt. Als es aber Abend geworden war schlief sie ein. Der Kleine merkte das bald und schlüpfte weg.

 

Von der Zeit an darf sich die Eule nicht mehr am Tage sehen lassen. Auch der kleine Vogel lässt sich nicht gern sehen. Er schlüpft in den Zäunen herum und wenn er ganz sicher ist, ruft er zuweilen: „König bün ick!“, und deshalb nennen ihn die anderen Vögel aus Spott Zaunkönig.

Wer aufmerksam seinem „Zick! Zick! Zick!“ zuhört, erkennt es wieder: „König bün ick!“

 

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