Kuckuck

Veröffentlicht in "Dat Üdsche Heimatblätsche 2014", Heimatverein Oedt e.V.

Zusammengestellt und gezeichnet von Edeltraud Spee

Unser heimischer Vogel:

Der Kuckuck (Cuculus canoris)

Der Kuckuck gehört  zur Familie der Kuckucke (Cuculidae).  Er misst  ca. 33 cm, ist langschwänzig  und spitzflügelig mit einer Spannweite von 55 – 60 cm. Im Flug wird er hin und wieder mit dem Sperber verwechselt.

Sein Gefieder ist auf der Oberseite blaugrau, hellgrau an  Kehle, Halsseiten und Vorderbrust und seine Unterseite ist weißlich mit dunkelgrauer Bänderung. Sein langer rund endender Schwanz ist schiefergrau mit weißen Flecken und Spitzen.

Iris,  Lidring und Schnabelbasis sind hellgelb. In der Regel sind Männchen und Weibchen von ähnlicher Farbe. Gelegentlich tragen die Weibchen eine rötlichbraune Färbung. Die Jungvögel haben eine schiefergraue, manchmal auch rötliche Tönung.

 

 

Wenn wir Ende März, Anfang April den ersten Kuckucksruf hören,  nehmen wir dies als sicheres Zeichen, dass nun der Frühling eingezogen ist, und wir freuen uns, ihn zu hören. Immer wieder erklingt  der Balzgesang des Männchens als ein lautes, weitschallendes „Kuckuck, Kuckuck“. Manchmal hört man auch nur ein einsilbiges „Kuck“ oder auch ein dreisilbiges sich steigerndes „Kuckuck, Kuckuck, Kuckuck“. Woher dieser Vogel seinen Namen hat ist somit wohl klar.

 

Der Kuckuck ist ein scheuer Vogel, den man selten zu Gesicht bekommt. Über sein beeindruckendes Balzverhalten weiß man aber u.a., dass sein werbendes Kopfnicken mit wachsender Erregung in tiefe Verbeugungen mit dem ganzen Körper  und Wedeln mit dem erhobenen Schwanz übergeht.

Doch nach der Paarung ist es mit dem Familienleben vorbei. Das Kuckucksweibchen lebt in Vielmännerei und legt die Eier keineswegs in ein eigenes Nest. Es sucht sich Wirtsvogelnester und legt dort von Ende April bis Mitte Juli etwa 9 bis zu 25 Eier ab. Es wählt  in der Regel eine Gastvogelart aus und legt jeweils ein bis  max. zwei Eier in deren Nest.  Dabei wirft es ein bis zwei der bereits vorhandenen Eier des Wirtsvogels aus dem Nest oder frisst sie auf. Das Kuckucksei ist meist etwas größer als die Eier des Wirtsvogels, aber in seiner Färbung denen des Wirtsvogels angepasst. Rohrsänger, Grasmücken, Bachstelzen, Braunellen, Neuntöter und sogar der kleine Zaunkönig gehören zu den bevorzugten Wirtsvögeln. Die Ähnlichkeit des Kuckucks mit  dem Flugbild eines Sperbers oder auch eines Turmfalken ist eine Art Mimikry, mit der er dem Wirtsvogel die  Bedrohung durch einen Greifvogel vortäuscht und ihn so von seinem eigenen Nest vertreibt. 

In nur 10 bis 30 %  werden die Kuckuckseier  nicht angenommen, d. h. Wirtsvögel geben dann ihre Nester auf.

 

Nach einer kurzen Brutzeit von ca. zwölf Tagen schlüpft der kleine Kuckuck, oft noch vor dem Schlüpfen der Jungen seines Wirtes. Nach etwa acht Stunden beginnt er dann systematisch mit größter Anstrengung die restlichen Eier ebenso wie bereits geschlüpfte Stiefgeschwister über den Nestrand zu schieben.

Nun ist er der alleinige Jungvogel im Nest. Die Menge des herangeschafften Futters der Vogeleltern ist normalerweise abhängig von der Anzahl der aufgesperrten Mäuler und der Intensität der Bettelrufe der Jungvögel. Dem Jungkuckuck gelingt es, seine „Eltern“ durch häufigeres Rufen und durch die Reizwirkung seines großen orangefarbenen Rachens zu täuschen und reichlich Futter zu erbetteln.

 

Der kleine Teichrohrsänger füttert den jungen Kuckuck
Der kleine Teichrohrsänger füttert den jungen Kuckuck

 

Nach 21 bis 30 Tagen verläßt der Jungkuckuck das Nest, wird aber noch etwa drei Wochen von seinen Wirtseltern weiter  gefüttert. 

Bereits im August fliegt der Kuckuck dann zur Überwinterung nach Zentral- und Südafrika.

Die Nahrung des Kuckucks sind Insekten und zwar vor allem Schmetterlingsraupen aber auch Spinnen, Würmer, Schnecken und sogar junge Frösche.

 

Er kommt fast überall in Eurasien vor und zwar unter und oberhalb der Baumgrenze, er benötigt aber Sträucher, Hecken oder wenigstens vereinzelte Bäume als Ansitzmöglichkeiten.

Trotz seines recht egoistischen Sozialverhaltens steht  der Kuckuck heute auf der Vorwarnliste der „Roten Liste“ der Brutvögel Deutschlands, weil  die Lebensräume seiner Wirtsvögel gefährdet sind durch die Veränderung der Agrarlandschaft, dem Wegfall der vielfältigen Randstrukturen und dem Einsatz von Pestiziden. Auch der Klimawandel wirkt sich bereits negatv auf den Fortbestand des Kuckucks aus. Weil viele der Wirtsvogelarten wegen der milderen Winter immer früher aus dem Süden zurückkehren, ist der Kuckuck nicht mehr der Erstschlüpfende in einem Nestgelege und kann so die übrigen Eier bzw. Jungvögel nicht rechtzeitig aus dem Nest werfen. Noch behält der Kuckuck seine Zugzeiten bei, weil er  sich  als Langstreckenzieher an der Tageslänge orientiert. Und so kommt er immer öfter einfach zu spät zurück.

 

Um den Kuckuck ranken sich zahlreiche Lieder, Anekdoten und Srüche. Als Frühlingsbote wird er gerne besungen so zum Beispiel ",Kuckuck, Kuckuck, ruft es aus dem Wald“ oder „der Kuckuck und der Esel…“. Auch in einigen Ortswappen wird er dargestellt.

So manche Redensart resultiert aus seiner Eigenschaft als Brutschmarotzerr, wie z. B. „Jemandem ein Kuckuckseilegen“, was im übertragenden Sinn „Jemanden etwas unterschieben“ meint. Oft wird das Wort Kuckuck auch als Verhüllungswort anstelle des Wortes Teufel benutzt wie bei „Scher dich zum Kuckuck!“, „Zum Kuckuch noch mal!“ oder  „Hol’s derKuckuck!“. Daneben rankt sich so mancher Aberglaube um den Kuckuck wie: So viel Geld man in der Tasche findet, wenn der Kuckuck das erste Mal im Jahr singt, soviel hat man das ganze Jahr über, oder so oft derKuckuckruft, soviele Jahre lebt man noch.

 

Offen bleibt die Frage, ob auch die stündlichen  Rufe der Kuckucksuhr etwas mit dem alten Aberglauben zu tun hat.

Der sogenannte Kuckuck auf gepfändeten Gegenständen steht allerdings spöttisch für den ehemaligen Reichsadler.

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