Kiebitz

Kiebitze in Grefath Juli 2014, Bild: Franz Miertz
Kiebitze in Grefath Juli 2014, Bild: Franz Miertz

April 2014

Unsere Kiebitze sind wieder da!

Auch in Grefrath wird beobachtet, gezählt und kartiert.

Hatten sie 2013 wegen des langen Winters mit Kälte und Frost zu kämpfen, so macht den ursprünglich in Feuchtgebieten lebenden Watvögeln 2014 eher die anhaltende Trockenheit zu schaffen.

 

Zur Zeit, im März und April 2014 beteiligt sich die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft der Biologischen Station am Krickenbecker See an der landesweiten Erfassung der Brutreviere von Kiebitzen. Die letzte Erfassung war 2002.

Auch in Grefrath wird beobachtet, gezählt und kartiert. Wir werden über die Ergebnisse informieren.

 

Im 20. Jahrhundert hat sich der Kiebitz vom ursprünglichen Sumpflandbewohner zum Kulturfolger entwickelt und war häufig auf Grünland anzutreffen, das durch Weidewirtschaft kurz gehalten wurde. Mit dem Rückgang des Grünlandes stellte er sich auf Ackerland um, wo heute fast ausschließlich die Brutplätze liegen. Dort gehen viele Bruten durch Feldarbeiten verloren, der geringe Bruterfolg reicht nicht aus für den Populationserhalt. So sind von den früher großen Kiebitzschwärmen, die in lockeren Kolonien brüteten, nur noch wenige Tiere übrig geblieben. Deshalb fällt es ihnen auch schwer, durch gemeinsame lautstarke Luftattacken ihre Bodennester gegen fliegende und laufende Feinde zu verteidigen.

 

April 2014, Kiebitz am Klärwerk in Grefrath, Bild: Franz Miertz
April 2014, Kiebitz am Klärwerk in Grefrath, Bild: Franz Miertz

 

Schon seit einigen Jahren gibt es im Rahmen der Vertragsnaturschutz-Angebote des Landes ein Maßnahmenpaket zum Schutz des Kiebitzes, das aber im Kreis Viersen wegen des hohen fachlichen Betreuungsaufwandes und der geringen Attraktivität für Landwirte keine Teilnehmer hatte. Weil die ersten Ergebnisse der landesweiten Kartierungen einen starken Bestandsrückgang und die großräumige Gefährdung des Kiebitzes im nordrhein-westfälischen Tiefland erkennen lassen, hat das MKULNV in einem Erlass nochmals kurzfristig für diese Möglichkeiten geworben. Ob die Landwirte noch in dieser Saison darauf reagieren können oder ob sich in den kommenden Jahren mehr für den Schutz der letzten Kiebitze tut, bleibt abzuwarten. Erschwerend wirkt, dass die Kiebitze je nach Stand der Brutverluste und Vegetationsentwicklung in Abhängigkeit von der Fruchtfolge ihren Aufenthalt im Frühjahr ändern. Das heißt, sie kommen im Frühjahr auf ihren traditionellen Flächen an, verlassen diese aber, wenn der Bewuchs zu hoch wird, oder oft auch, wenn sie durch Bodenbearbeitung - besonders im April - ihr Gelege verloren haben. Sie wechseln dann auf andere, meist frisch beackerte Flächen, wo sie eventuell mehr Glück mit ihrer Brut haben. Dies kann der Fall sein, wenn Landwirte um Kiebitze "herumarbeiten" oder sich die Mühe machen, Nester per Schaufel umzusetzen.

 

Eine wichtige Maßnahme des Vertragsnaturschutzes zielt darauf ab, landwirtschaftliche Flächen, auf denen Kiebitze sich nachweislich aufhalten und nisten, im Frühjahr (Ende März/ Anfang April bis Anfang/ Mitte Mai) 6 Wochen lang unbearbeitet zu lassen, damit die Vögel dort ihre Gelege ausbrüten können. Erklären sich die Landwirte bereit, daran teilzunehmen, gibt es dafür auf Antrag einen finanziellen Ausgleich. Sind die Jungvögel geschlüpft, werden sie von den Eltern aus der Gefahrenzone geführt; Landwirte, die bei Tageslicht arbeiten und ihr Arbeitsfeld beobachten, können auf flüchtende Kiebitzfamilien Rücksicht nehmen.

 

Wer sich umfassender über diese faszinierenden, jedoch zunehmend bedrohten Vögel informieren möchte, dem sei die NABU-Seite von 2013 empfohlen. Dort gibt es zahlreiche weiterführende Links, Fotos, Infos über die Flächen in Grefrath auf denen sich Kiebitze aufhalten und vieles mehr!

Text: Christa Wittlinger


 

Kiebitz, Bild: NABU Tom Dove
Kiebitz, Bild: NABU Tom Dove

Kiebitze in Grefrath!

Herzlich willkommen!

April 2013


Seit ein paar Jahren können aufmerksame Spaziergänger und Naturbeobachter in Grefrath Kiebitze entdecken. In diesem Jahr sehen wir sie vor allem zwischen Grefrath und Mülhausen in Niersnähe, südlich der Kläranlage, und südlich des Flugplatzes auf Acker- und Grünflächen.
Die etwa taubengroßen, auffallend schwarz-weiss gezeichneten Flugkünstler, mit ihrem Häubchen am Kopf und dem unverwechselbaren „Kiewitt“-Ruf sind inzwischen auf der Roten Liste für gefährdete Tierarten. Sie haben es durch  die zunehmende Versiegelung der Landschaft, Trockenlegung und intensive landwirtschaftlich Nutzung immer schwerer. So freuen wir uns sehr, dass sie seit ein paar Jahren regelmäßig bei uns zu Gast sind und wir möchten Überlegungen und Massnahmen ergreifen, um sie und ihre Brut zu schützen!

 

Kiebitz, Bild: NABU Tom Dove
Kiebitz, Bild: NABU Tom Dove
Kiebitzgelege, Bild: NABU Ludwichowski
Kiebitzgelege, Bild: NABU Ludwichowski


Kiebitze sind Bodenbrüter. Sie brüten manchmal schon ab Anfang März auf Wiesen- und Ackerflächen. Die Brutzeit beträgt 21 bis 28 Tage. Dann werden sie noch fünf Wochen von beiden Elternteilen gefüttert, bis sie flügge sind.
Am Boden zu brüten, auf Acker-oder Wiesenflächen ist nicht ungefährlich! Fress-Feinde am Boden, aus der Luft (Greife) oder der Mensch, der den Acker pflügt, die Wiese mäht, seinen Hund achtlos in das Gelände laufen lässt, machen es den Kiebitzen schwer.
So wie im letzten Frühjahr, das sehr warm war, was zum frühen Mähen einiger Wiesenflächen führte, in denen sich die Vögel aufhielten.


Eine Grefratherin, die auch Mitglied im NABU ist, beobachtete mit Bedauern an einem Tag im Mai 2012, wie nach dem Einsatz einer Mähmaschine, sich ein Greif und zahlreiche Krähen, über verletzte oder getötete Jungvögel hermachten. In der Luft die laut rufenden Altvögel. Die Kleinen hatten es leider nicht geschafft, rechtzeitig wegzulaufen.
Dies war der Auslöser für die Überlegung, wie der NABU dazubeitragen könnte, die Kiebitze hier in Grefrath besser zu schützen.

NABU Grefrath unter Leitung von Frau Deventer beim Kiebitze beobachten, Bild: Rolf Brandt
NABU Grefrath unter Leitung von Frau Deventer beim Kiebitze beobachten, Bild: Rolf Brandt

 

Dazu trafen sich am 19.4.2013 Frau Deventer (Artenschutzbeauftragte des Kreises Viersen) und vier Mitglieder des NABU Grefrath zu einem ersten Gespräch südlich der Kläranlage. Ausgestattet mit Ferngläsern konnten wir auch dort einige Kiebitze beobachten.

Frau Deventer hatte viele Informationen über das Verhalten und möglicher Maßnahmen zu ihrem Schutz. Als Voraussetzung sei jedoch wichtig, einen möglichst genauen Überblick über die Anzahl der Kiebitze und ihrer Brutplätze zu bekommen.

 

So ist das vorerst nächste Ziel, eine möglichst genaue Zählung und Kartierung der Kiebitze rund um Grefrath. Dafür und für alle weiteren evtl. Maßnahmen sind Mit-Zähler und Helfer herzlich willkommen!

Text: Christa Wittlinger
 

 

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Kiebitz-Brutpaare 2002

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Kiebitz-Brutpaare 2002
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Kiebitz, Bild: NABU Stankewitz
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Der Kiebitz (Vanellus vanellus) stammt aus der Familie der Regenpfeifer (Charadriidae), die zur Ordnung der Wat-, Möwen- und Alkenvögel gehört.

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