Honigbienen

17. Oktober 2016

Bienen-Rettung mitten in Grefrath

Man traf sich vor Ort mit schwerem Gerät

 

Ende September suchte Herr Hütter vom Ordnungsamt der Gemeinde Grefrath Unterstützung für die Umsiedlung eines Bienenvolkes zunächst bei Hans Palm vom NABU Kempen und nach einem entsprechenden Hinweis daraufhin beim Imker Paul-Heinz Backes, NABU-Mitglied in Grefrath und 1. Vorsitzender des Bienenzuchtvereins Oedt und Umgebung e.V.

Er informierte, dass in Grefrath auf der Hohestraße in einer Robinie an einem Ast ein Bienenvolk seinen Wabenbau errichtet hat. Am nächsten Tag wurde das weitere Vorgehen für die notwendige Umquartierung abgestimmt. Für den Umzug des Bienenvolkes war ein Hubwagen der Feuerwehr Grefrath notwendig. Ein Termin wurde vereinbart und man traf sich vor Ort: Ordnungsamt, Feuerwehr mit schwerem Gerät und der Imker. Passanten wurden auf das Geschehen aufmerksam. Unter Ihnen auch die NABU-Mitglieder Karin Ites und Franz Mierz mit seiner Frau Karin. Franz holte vor Beginn der aktiven Aktion seine Kamera um den Umzug des Bienenvolkes zu dokumentieren.

 

Der Imker hatte Vorbereitungen getroffen um die einzelnen Waben nach dem Abtrennen vom Ast des Baumes in die Wabenrahmen der neuen Behausung zu befestigen. Die Feuerwehr platzierte das Fahrzeug mit Hubwagen in die Nähe des Baumes. Nun konnte es losgehen. Der Imker stieg mit der neuen Wohnung für das Bienenvolk und seinem Werkzeug in den Hubwagen und wurde in die luftige Höhe gehoben. Das kleine Bienenvolk zeigte sich sehr sanftmütig und es konnte ohne Schutzkleidung gearbeitet werden. Die einzelnen Waben wurden vorsichtig vom Ast getrennt und mittels Drahtklammern in je einen Holzrahmen befestigt.

Am Ende der Umquartierung flogen noch vereinzelt einige Bienen an den Rest der verbliebenen Waben. Die Königin war jedoch mit dem größten Teil ihres Volkes in ihrer neuen Wohnung. Dieses kleine Bienenvolk hatte kaum noch Futter und wäre in den nächsten Tagen eingegangen.

Der Bienenschwarm wird sich im Juni in diesem Baum niedergelassen haben. Er ist wahrscheinlich einem Imker aus der Umgebung entflogen. Der Bienenschwarm war bei seiner Suche nach einer neuen Wohnung nicht erfolgreich, so dass er sich den Ast als neue Wohnung auserkoren hat. Die Baubienen errichteten einen Wabenbau. Dieser ist für die Bienen Vorratskammer, Kinderstube und gleichzeitig Wohnzimmer.

 

Leider konnten nicht genügend Vorräte angelegt werden wodurch ein existenzieller Notstand entstanden ist. Unser Bienenvolk hat aber noch mit mehr Probleme zu kämpfen. Ein Parasit der sich in der Brut vermehrt und von dem Blut der Bienen ernährt bedroht seine Existenz. Es handelt sich um die Varroa-Milbe die seit ca. 40 Jahre unsere Honigbiene als neuen Wirt benutzt. Diese Milbe ist auf der Apis-Cerana, der indischen Honigbiene beheimatet. Hier haben sich Wirt und Parasit aufeinander eingestellt. Unsere Honigbiene hat ein anderes Verhalten, die notwendigen Abwehrmechanismen sind bei ihr nicht entwickelt.

Das heißt, dass ohne Unterstützung des Menschen ist Bienenvolk in der freien Natur nicht mehr überlebensfähig. Der Mensch muss durch imkerliche Maßnahmen die Population der Milben in einem Bienenvolk bis auf wenige Milben verringern. Dies geschieht nach der Honigernte. Wenn sich im Frühjahr ca. 30 Milben in einem Volk befinden, kann diese Population bis zum Herbst auf mehrere Tausend Milben ansteigen!

 

Unser kleines Bienenvolk hat direkt nach seinem Umzug Futter erhalten. Es wurde ein paar Tage später mit Milchsäure besprüht, was für die Milben tödlich ist. Verstärkung hat es durch Zuhängen einer Brutwabe aus einem starken Volk erhalten. Es ist jetzt in der Lage eine überwinterungsfähige Einheit mit ca. 5.000 Individuen aufzubauen.

Bienen und blütenbestäubende Insekten sind für ein Drittel unserer Lebensmittel verantwortlich und für die Erhaltung der Biodiversität unserer Flora unerlässlich. Ihre Pflege und Schutz ist aktiver Natur und Umweltschutz.

 

Text: Paul-Heinz Backes

Fotos: Franz Miertz

 

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