Fledermausambulanz Viersen

25. August 2015

NABU Grefrath stellt vor:

Fledermaus-Ambulanz in Viersen

Zwergfledermaus "Tick"
Zwergfledermaus "Tick"


Bei Familie Menn dreht sich seit nunmehr 4 Jahren alles um die nächtlichen Akrobaten der Lüfte.


In einem eigens dafür hergerichteten Zimmer finden verletzte, junge oder geschwächte Fledertiere die nötige Hilfe, Nahrung und ein Dach über den Füßen.

Ihr derzeitiger Gast ist ein großer Abendsegler Namens Loki. Manuela Menn erklärt dazu: "Bei uns bekommen die Schützlinge ihren Namen nach dem Ort, an dem sie gefunden wurden. Bei Loki war das Düsseldorf Lohausen."

Das ca. 40 Gramm schwere Männchen kam Ende November mit einer Unterarmfraktur in die Ambulanz nach Viersen. Der Bruch war zunächst stark entzündet und musste medizinisch versorgt werden. Nach vierwöchiger Behandlung war das gröbste Überstanden und Loki versucht nun, Winterschlaf zu halten. Da die Sehnen, die zum Aufklappen des Flügels notwendig sind auch in Mitleidenschaft gezogen wurden, ist er nun als Dauergast bei Familie Menn einquartiert.

Etwa 15-20 Tiere kommen über das Jahr verteilt in die Pflegestation, die allermeisten können nach wenigen Tagen bis einigen Wochen der Genesung wieder in die Freiheit entlassen werden. Zumeist handelt es sich um geschwächte oder dehydrierte Tiere, denen schlechtes Wetter in den Frühlingsmonaten von März bis Ende Mai arg zugesetzt hat.

 

An vielen Orten haben es die Tiere leider sehr schwer, sich anzusiedeln oder auch nur genügend Nahrung zu finden. Die Fledermäuse brauchen Spalten am Haus (Gebäudebrüter) oder Tothölzer im Garten, wo sie sich verkriechen können, denn die Tiere können sich mit ihrem Insektenfressergebiss und den weichen Krallen keine Quartiere bauen, noch nicht einmal existierende Quartiere erweitern. Die meisten Sommer-Quartiere werden nur wenige Wochen im Jahr genutzt, so dass viele Quartiersbesitzer sich gar nicht bewusst werden, dass sie Untermieter am Haus haben. Neben dem Quartiermangel gibt es zudem noch das Futterproblem. Da sie nachtaktiv sind und Insekten jagen, sind sie auf nachtblühende Pflanzen wie etwa Wald-Geissblatt oder Nachtkerzen, Holunder- oder Ligusterhecken angewiesen, die dann die Insekten anlocken. Leider sind viele Gärten nur noch für das Auge "schön", immer aufgeräumt und mit nichteinheimischen Sträuchern und Bäumen versehen, so dass sie weder Duft- noch Nahrungspflanzen für Schmetterlinge, Käfer und Co abgeben.

 

Und dann sind da noch die Katzen, die die Fledermäuse nicht fressen sondern nur mit ihnen spielen. Auch wenn die Tiere nicht schwer verletzt scheinen, haben sie kaum eine Chance zum Überleben, denn Zähne und Speichel der Katzen sind voller Bakterien, die für Fledermäuse absolut tödlich sind.

 

Groß ist das Einzugsgebiet, das Frau Menn und ihre Familie zu meistern versuchen, denn neben dem Kreis Viersen stehen auch oft Fledermausfinder des Landkreises Neuss, des Düsseldorfer Nordens und des rechtsrheinischen Kreises Mettmann auf der Liste.



Ende Mai ist für Frau Menn Hochsaison, denn dann kommen in den Wochenstuben der Fledermäuse die Jungen zur Welt.

Fledermausbabys kommen ähnlich wie menschliche Kinder nackt und hilflos zur Welt und sind vollkommen auf ihre Mutter angewiesen. Wird die Mutter verletzt oder findet bei schlechten Witterungsverhältnissen nicht genug Nahrung, fallen die Jungtiere aus dem Unterschlupf oder liegen geschwächt am Boden. Im besten Fall werden sie von aufmerksamen Menschen gefunden. Ohne Hilfe könnten diese Fledermaus-Babys nicht überleben. Am Boden liegend sind Hunde, Katzen, ja selbst Ameisen für die kleinen Säuger gefährlich.

 

Wichtig ist, dass die zum Teil gerade mal 1,5 g schweren und ca. gummibärchengroßen Jungtiere vor Unterkühlung geschützt werden. Dazu setzt man die Tiere am besten in einen kleinen Karton mit Luftlöchern und etwas locker geknülltem Küchenkrepp oder einem Papiertaschentuch. Da die Babys einer vierwöchigen intensiven Betreuung bedürfen, sollten die Finder sich auf diese erste Hilfe Maßnahme beschränken und schnellstmöglich einen Ansprechpartner in der Nähe kontaktieren.

 

Bei der NABU Geschäftsstelle oder unter www.fledermausschutz.de findet man dann den für den Kreis entsprechenden Ansprechpartner, sowie auch weitere nützliche Tipps für die Erstversorgung.

 

Neben der Ambulanz kläre ich über das Leben und die Gefährdung der Fledermäuse regelmäßig in Vorträgen und Infoveranstaltungen auf. Vor allem an den Grundschulen ist das Interesse an den kleinen Jäger der Nacht sehr groß und die Kinder sind den Tieren gegenüber sehr aufgeschlossen.

Auch die jährlich stattfindende Bat-Night ist eine beliebte Veranstaltung, um die streng geschützten Tiere hautnah und mittels Ultraschall-Detektor auch hörbar mitzuerleben.

 

Manuela Menn

 

 

Weitere Infos gibt's bei:

 

Manuela Menn

Am Lindenhof 28

41748 Viersen

 

 

Telefon 02162/36 000 51 oder mobil 0176/ 96 065 344

 

manu22b@yahoo.com


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