Fledermausfreundliches Haus - Familie Ulbrich

21. Januar 2016

 

NABU-Grefrath verleiht die zweite Plakette für ein „Fledermausfreundliches Haus“

 

„Familienanschluss“ für Grefraths Fledermäuse

Gleich zwei Fledermausquartiere hat Familie Ulbrich an den Giebelwänden ihres Hauses angebracht. Nun warten die Kästen auf die ersten Bewohner.

 v.l. Manuela Menn, Marion, Ann Sophie, Frank und Lisa Marie Ulbrich, Rolf Brandt mit Briard-Hündin Jella
v.l. Manuela Menn, Marion, Ann Sophie, Frank und Lisa Marie Ulbrich, Rolf Brandt mit Briard-Hündin Jella

 

Die Liebe zu den Fledermäusen entdeckten die Ulbrichs im Urlaub. Nach einer Fledermaus-Exkursion stand für Ehepaar Frank und Marion Ulbrich sowie die Töchter Lisa Marie und Ann Sophie fest: Fledermäuse sind unglaublich faszinierende Tiere. Neugierig geworden verfolgte die vierköpfige Familie ab sofort auch im heimischen Garten die allabendlichen - für das menschliche Ohr lautlosen - Flugmanöver der Fledertiere.

 

Mit einem Bausatz für Fledermauskästen schufen die Ulbrichs vor zwei Jahren das erste Quartier an der nördlichen Giebelseite ihres Einfamilienhauses an der Bruckhauser Straße. In den Sommermonaten gehen die geschickten Flieger mit Einbruch der Dämmerung hier sowie im benachbarten Park gerne auf Nahrungssuche. „Nachdem in der Nachbarschaft eine alte Kastanie gefällt wurde, haben wir deutlich mehr Flugbewegungen als üblich beobachtet“, erzählt Frank Ulbrich und so folgte 2015 Fledermaus-Wohnung Nummer zwei an der südlichen Giebelwand. Vor allem die Töchter der Familie, die beim Bau der Quartiere kräftig mitgeholfen haben, können gar nicht erwarten, dass die fertigen Wohnungen von den neugierigen kleinen Fliegern entdeckt werden. Besonders gespannt sind die Mädchen, ob Fledermauskasten „Lisa Marie“ oder Fledermauskasten „Ann Sophie“ in der kommenden Saison als erstes bezogen wird.

 

Plakette „Fledermausfreundliches Haus“ überreicht

 

Mittlerweile kann jeder sehen, dass Fledermäuse in der Bruckhauser Straße herzlich willkommen sind: Im Dezember überreichten Vertreter des NABU-Grefrath die Plakette „Fledermausfreundliches Haus“ an Familie Ulbrich. Rolf Brandt, Leiter vom NABU-Grefrath, freut sich über den Einsatz der Grefrather Fledermaus-Fans. „Fledermäuse brauchen unsere Unterstützung. Da immer mehr Quartiere beispielsweise durch die Sanierung von Gebäuden verloren gehen, ist es wichtig einen Ausgleich zu schaffen“, so Rolf Brandt.

 

Die Ulbrichs gehen mittlerweile auch selber auf Fledermausexkursion. Mit einem selbstgebauten Detektor können die von den Fledermäusen zur Orientierung verwendeten Ultraschallwellen in hörbare Töne umgesetzt und die Frequenzen sogar den verschiedenen Arten zugeordnet werden. Im letzten Sommer hatten Rolf Brandt und Frank Ulbrich so gemeinsam nach Fledermaus-Spuren im Dachstuhl der alten Grefrather Grundschule gesucht. „Dort sind wir aber nicht fündig geworden“, so Rolf Brandt. Auch einen sogenannten BAT-Logger, mit dem Fledermausbewegungen aufgezeichnet werden können, besitzt die Familie inzwischen.

 

Tipps von NABU Fledermausbotschafterin Manuela Menn

 

An der Aktion „Fledermausfreundliches Haus“ kann sich jeder beteiligen, der Fledermäuse bei der Wohnungssuche unterstützen möchte. Gefördert wird das NABU-Projekt vom Ministerium für Klima, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Bei der Verleihung der Plakette anwesend war auch Manuela Menn, die seit mittlerweile über vier Jahren ihre Fledermaus-Ambulanz in Viersen betreibt. Die Expertin erzählt, dass Fledermaus-Kästen idealerweise an einer windabgewandten, wettergeschützten Stelle angebracht werden. Für den Bau sollten Hölzer ohne Chemikalien verwendet werden und die Innenseite der Kästen dürfe gerne etwas angeraut sein. „Hier haben die Ulbrichts alles richtig gemacht“, lobt die Fledermausbotschafterin des NABU NRW. Sie gibt außerdem Tipps zum Bezug der Quartiere. „Die Fledermäuse müssen ihre neuen Wohnungen erst einmal finden“, erklärt Manuela Menn. Unterstützen könne Familie Ulbrich dies beispielsweise durch den Anbau von nachtblühenden Pflanzen, die als Anziehungspunkte für Insekten und damit als Futterquelle für hungrige Fledertiere dienen.

 

Fledermausambulanz in Viersen

 

2015 hat Fledermausexpertin Manuela Menn rund 30 Tieren in ihrer Fledermausambulanz das Leben gerettet. Fledermäuse sind Säugetiere und ziehen in der Regel nur ein Jungtier pro Jahr auf. Umso wichtiger ist es, dass die Tiere überleben. Hierfür nimmt Menn sogar in Kauf, geschwächte Jungtiere nachts alle zwei Stunden zu füttern. Sie hat einen extra Raum für verletzte Fledertiere eingerichtet, in dem sie Jungtieren auch das Fliegen beibringt. Wer eine hilflose Fledermaus findet, darf sich gerne direkt an die Fledermaus Ambulanz in Viersen unter 0176 960 653 44 wenden.

 

Text: Maren Rose-Hessler

Bild: Karl-Heinz Hengsten

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