Amphibienschutz in Oedt

17. Mai 2016

Bilanz Amphibienschutz rund um Burg Uda in Oedt

Gefährliche Laichwanderung

Foto: Franz Miertz, Grasfroschpaar beim Ablaichen
Foto: Franz Miertz, Grasfroschpaar beim Ablaichen

 

Oedt, Der Weg vom Biotopgelände an der Grundschule in Oedt zu den Laichgewässern im Renaturierungsgebiet Burgbenden ist für viele Amphibien ein lebensgefährliches Unterfangen. Sie müssen die vielbefahrene Mühlengasse überqueren. Der Krötenzaun der Amphibienschützer des NABU-Grefrath hat nun bereits im zweiten Jahr vielen Tieren das Leben gerettet.

 

Die zwei Feuchtbiotope auf dem Gelände des Naturerlebnisgartens neben der Grundschule in Oedt sind ein wahres Amphibienparadies. Zahlreiche Frösche, Kröten und Molche sind hier zu Hause. Sie finden ein reichhaltiges Nahrungsangebot und genügend Verstecke, um sich vor Feinden oder ungünstiger Witterung in Sicherheit zu bringen. Zur Fortpflanzung sind die wechselwarmen Tiere jedoch auf geeignete Laich-Gewässer angewiesen. Feuchte Witterung und Temperaturen über fünf Grad sorgen daher regelmäßig ab Februar für Aufbruch-Stimmung. Die Amphibien begeben sich auf ihre gefährliche Wanderung in Richtung des renaturierten Niers-Altarms jenseits der Mühlengasse.

 

Alle heimischen Amphibienarten sind im Bundesnaturschutzgesetz als besonders geschützte Arten geführt. Durch Straßenverkehr, Pflegemaßnahmen oder den Eintrag von Schadstoffen leben Amphibien in der modernen Kulturlandschaft trotzdem gefährlich und die Tiere sind auf zusätzlichen Schutz angewiesen. Die Amphibienretter der Grefrather NABU-Gruppe haben mit Unterstützung von rund einem Dutzend Helfern im Februar daher zum zweiten Mal nach 2015 einen Krötenzaun an der Mühlengasse installiert. Die Sammelstellen an dem rund 100 Meter langen Zaun werden zur Wanderzeit von den ehrenamtlichen Naturschützern täglich kontrolliert. Wie andernorts mussten die Grefrather Amphibienschützer in diesem Jahr recht lange auf gutes Reisewetter warten. Um Ostern herum war es schließlich so weit: Grasfrosch, Erdkröte, Teichmolch und Co machten sich zahlreich auf den Weg.

 

Bis Mitte April konnten die Grefrather Naturschützer rund 180 Amphibien, davon 112 Erdkröten, 53 Grasfrösche und 15 Molche am Krötenzaun und an der benachbarten Steinfunder Straße aufnehmen, sicher über die Straße bringen und in Richtung Laichgewässer der Niersaue aussetzen. Als besonders effektiv erwies sich die im Vergleich zum vergangenen Jahr 25 Meter lange Zaunerweiterung. An dieser Stelle war die Zahl der überfahrenen Tiere vorher immer sehr hoch.

 

 

Auch für 2017 ist die Anlage eines Krötenzauns an der Mühlengasse geplant. Die Naturschützer hoffen außerdem auf eine weitere Maßnahme: Im Rahmen des Projektes „Unser grünes Grefrath“ könnte sich der NABU-Grefrath die Anlage eines Obstbongerts auf dem rund 3.000 Quadratmeter großen ehemaligen Bolzplatz zwischen Naturerlebnisgarten und Mühlengasse vorstellen. Die Extensivierung der Nutzung würde den geschützten Amphibien die Wanderung erleichtern und ihren Lebensraum vergrößern. Derzeit wird das Gelände regelmäßig kurz gemäht und bietet den Amphibien kaum Schutzmöglichkeiten.

 

Text: Maren Rose-Hessler

Fotos: Franz Miertz

 

20. Februar 2016

Amphibienwanderung: Oedt ist vorbereitet

Mitmachaktion war ein voller Erfolg!

 

Nun stehen an der Mühlengasse in Oedt etwa 100 Meter Amphibienzaun. Alle 10 Meter wurde ein Eimer versenkt. In diesen Fallen die Tiere beim entlanglaufen des Zaunes. Bei ihrem Sturz landen sie auf feuchten Schaumstoffkissen am Boden des Eimers. Hineingeratene Käfer oder Kleinsäuger können an einem Stock hinausklettern.

Gegen Ende April ist die Laich- und Wanderzeit der Amphibien vorbei. Solange wird der Krötenzaun stehen bleiben und hoffentlich vielen Tieren das Leben retten.

 

Unser Dank gilt unseren Sponsoren und den fleißigen Helfern, die trotz Schmuddelwetter kräftig mit angepackt haben!

 

 

Bilder: Franz Miertz und Rolf Brandt

WZ NIE vom 25.02.2016
WZ NIE vom 25.02.2016

11. Februar 2016

Mitmachaktion: Wir errichten einen Amphibienzaun

20. Februar ab 10 Uhr am Bolzplatz

Foto: NABU, Helge May
Foto: NABU, Helge May

 

In einer gemeinsamen Aktion werden wir 100 Meter Amphibienzaun zum Schutz von Grasfrosch, Erdkröte und Teichmolch & Co. an der Mühlengasse in Oedt errichten. Geplant ist die Aktion für den 20. Februar ab 10:00 Uhr, Treffpunkt am Bolzplatz.

 

Unterstützung haben zugesagt:

 

Wer Mitmachen möchte, meldet sich bei Rolf Brandt

28. April 2015

Amphibienschutz rund um Burg Uda

Für Ulrich Lütkemeier ist der Amphibienschutz eine Herzensangelegenheit

 

Jetzt hat er für 2015 eine erfreuliche Bilanz gezogen. Die Grasfroschwanderung an der Mühlengasse (L444) überrascht und freut ihn besonders.

 

Fast 70 dieser Tiere sind vom NABU-Naturerlebnisgarten kommend über eine nur ca. 15 Meter breite Trasse entlang der Schul- und Kitagebäude in die Eimer der Zaunanlage gefallen. Dazu kamen noch 36 Erdkröten und 10 Molche.

 

Aus dem Niederwald, zwischen Kallengraben und Burg Uda gelegen, sind auch in diesem Jahr wieder einige hundert Erdkröten und zahlreiche Teichmolche über die Straße „Bruchweg“ Richtung Laichgewässer der Niersaue „Burgbenden“ gewandert. Viele Tiere wurden in den Abendstunden von der Straße aufgesammelt und an ungefährlicher Stelle ausgesetzt.

 

Die „Naturdetektive“ waren wieder auf der Steinfunder Straße aktiv. 45 Erdkröten und 9 Teichmolche wurden aufgesammelt und zu den den Laichgewässern gebracht.

 

Text: Rolf Brandt

 

Im Bild von Manfred Wolfers von links: Karl-Heinz Hengsten, Karsten Hessler, Rolf Brandt, Pascal Strux, Andrew Gould, Ulrich Lütkemeier, Traudl Gould beim Abbau des Amphibienzaunes an der Mühlengasse am 18.04.2015


26. März 2015

Grasfrosch, Teichmolch und Gelbrandkäfer
Grasfrosch, Teichmolch und Gelbrandkäfer

24. März 2015

Krötenzaun an der Mühlengasse in Oedt

Insgesamt 75 Meter Zaun errichteten die fünf Ehrenamtlichen an einem Nachmittag


NABU-Mitglieder haben Mitte März an der Mühlengasse in Oedt einen Amphibien-Schutzzaun aufgestellt. Ziel ist es, wandernde Kröten, Molche und Frösche von der stark befahrenen Straße fern zu halten.

Insgesamt 75 Meter Zaun errichteten die fünf ehrenamtlichen Helfer der Grefrather NABU-Gruppe an einem Nachmittag. Der rund 40 Zentimeter hohe Zaun muss flach eingegraben werden, damit die Tiere nicht unter dem Hindernis durchschlüpfen können. Im Abstand von 8-10 Metern werden Eimer in der Erde versenkt.


Täglich kontrollieren Helfer die Fangeimer und bringt die hineingefallenen Amphibien sicher auf die andere Straßenseite, wo sie ihren Weg zu den Laichgewässern fortsetzen können. „Sobald die Temperaturen nachts steigen und bei ausreichender Luftfeuchtigkeit beginnen die Kröten zu wandern“, erklärt Ulrich Lüttkemeier, Amphibien-Experte des Grefrather NABU. Schon über 50 Grasfrösche, 50 Erdkröten und einige Molche hat er bereits in den ersten zehn Tagen gezählt.

Bei ihrem Sturz in den Eimer landen die Tiere auf feuchten Schaumstoffkissen am Boden und verkriechen sich schnell darunter. Zufällig hineingeratene Käfer oder Kleinsäuger können an einem Stock hinausklettern. Gegen Ende April ist die Laich- und Wanderzeit der Amphibien vorbei. Solange wird der Krötenzaun an der Mühlengasse stehen bleiben und hoffentlich vielen Tieren das Leben retten.


Text: Maren Rose-Hessler

Fotos: Karl-Heinz Hengsten und Rolf Brandt

Februar 2014

Oedter Naturdetektive wieder im Einsatz

Mit Warnweste und Taschenlampe auf Erkundungstour

 

Die ersten Kröten und Molche sind im Gebiet Steinfunder Straße/Mühlengasse auf Wanderschaft. Von den Naturdetektiven werden sie aufgesammelt und an den Laichgebieten wieder ausgesetzt.

 

Grasfrosch, Bild: NABU
Grasfrosch, Bild: NABU

Frühjahr 2012

Bilanz Amphibienschutz in Oedt

Frühjahr 2012

 

Die Bilanz der großen und kleinen Amphibienschützer im Frühjahr 2012 in Oedt kann sich sehen lassen. Insgesamt konnte Ulrich Lütkemeier mit Unterstützung der fleißigen Naturdetektive und ihrer Eltern vom 28.2. bis 18.3. im Bereich Steinfunder Straße/Burgbenden und Bruchstraße/Kallengraben 362 Tiere retten.

 

Im Einzelnen waren es:

• 302 Kröten

• 36 Teichmolche

• 23 Grasfrösche

• und ein seltener Kammmolch

 

März 2012

Kinder mit Begeisterung dabei

„Da hüpft etwas“

 

... aufgeregt laufen die fünf mit Taschenlampen, Eimern und Sicherheitswesten ausgestatteten Kinder los. Zusammen mit Ulrich Lütkemeier und Rolf Brandt vom NABU Grefrath sind sie am vergangenen Samstagabend unterwegs, um Kröten und Molche vor dem Verkehrstod zu retten. Die Kinder sind mit Begeisterung bei der Sache – und ganz nebenbei lernen sie noch etwas über die bedrohten Amphibien. Zum Beispiel, dass bei den Kröten nur die Männchen Laute von sich geben und wie man einen weiblichen von einem männlichen Teichmolch unterscheidet.

 

Ulrich Lütkemeier, der bereits seit über 20 Jahren Amphibienschutz betreibt, freut sich über seine jungen Helfer. Er mahnt aber auch immer wieder zur Vorsicht, damit sich kein Tier unter einen Kinderschuh verirrt. Lütkemeyer weiß auch, wohin die geretteten Kröten und Molche unterwegs sind und wo sie am besten wieder ausgesetzt werden.

 

Die wärmeren Temperaturen sorgen dafür, dass die Amphibien nun ihre Winterquartiere verlassen und wieder aktiv werden. Sie wandern zurück zu ihren Laichplätzen. Die Wanderungszeit wird – je nach Witterung – noch zwei bis drei Wochen andauern. In dieser Zeit wird Ulrich Lütkemeier jeden Abend in der Dämmerung unterwegs sein, um möglichst viele Amphibien zu retten. An optimalen Tagen können dies auch schon mal über 100 Tiere sein, so Lütkemeier. Neben Kröten und Teichmolchen sind ab und zu einige Grasfrösche oder sogar ein seltener Kammmolch dabei.

 

 

Das Wetter ist an diesem Samstag nicht ganz ideal. Es ist zwar warm genug aber etwas zu trocken. Trotzdem: Insgesamt 14 Kröten und 5 Molche haben die Kinder gerettet. Für mindestens drei Kröten und einen Molch kam die Hilfe an diesem Abend zu spät.

 

Daher an dieser Stelle noch einmal die dringende Bitte an alle Autofahrer:

Passen Sie in den kommenden Wochen an Straßen, über die Amphibien wandern, besonders auf. In Oedt sind dies zum Beispiel die Bereiche Steinfunder Straße/Burgbenden und Bruchstraße/Kallengraben.

 

Text: Maren Rose-Hessler

Bilder: Rolf Brandt, NABU Grefrath


Rückfragen an Rolf Brandt

 


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Rana esculenta, Bild: Monika Deventer
Rana esculenta, Bild: Monika Deventer

Der Sammelbegriff “Amphibien” entspricht dem deutschen Wort “Lurche” – er stammt aus dem Griechischen und bezieht sich auf das “zweiseitige” Leben dieser Tiere im Wasser und an Land. Zur Fortpflanzung sind sie auf Gewässer angewiesen. Zur Nahrungssuche, zum Schutz vor Feinden und vor ungünstiger Witterung brauchen die wechselwarmen Tiere geeignete Lebensstätten an Land. Deshalb sind Amphibien oft auf Wanderschaft – mit artspezifischen Variationen fast ganzjährig und über bis zu 5 km.

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